Direkt zum Inhaltsbereich

Acarbose-Therapie bremst Zunahme der Intima-Media

HANNOVER (hbr). Acarbose verringert die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz und Typ-2-Diabetes. Eine neue Studie hat belegt, daß Acarbose auch die Intima-Media-Dicke günstig beeinflußt.

Veröffentlicht:

"Die Ergebnisse legen den Einsatz von Acarbose bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz oder Typ-2-Diabetes und koronarer Herzerkrankung nahe", sagte PD Uwe Zeymer vom Klinikum Ludwigshafen beim Diabeteskongreß in Hannover.

Die Stop-NIDDM-Studie (Study To Prevent Non Insulin Dependent Diabetes Mellitus) belegte dies für etwa 1400 Patienten mit postprandialer Hyperglykämie zwischen 140 und 199 mg/dl (IGT). Sie erhielten 3,3 Jahre dreimal täglich 100 mg Acarbose (Glucobay®) oder ein Placebo. Das Ergebnis: Mit Acarbose waren kardiovaskuläre Ereignisse signifikant um 49 Prozent und Herzinfarkte um 91 Prozent seltener (ein Infarkt im Vergleich zu zwölf Infarkten).

Die Daten wurden von einem unabhängigen Expertengremium aus drei Kardiologen begutachtet. "Nur wenn alle drei sich einig waren, daß ein Endpunkt einem Infarkt entspricht, wurde es in die Wertung aufgenommen", so Zeymer bei einem Symposium von Bayer Vital. Dazu wurden die vor und nach der Studie erstellten EKGs verglichen, um stumme Infarkte zu erfassen. Es zeigte sich "eine erhebliche Verminderung durch Acarbose".

Auch bei Typ-2-Diabetikern war bei Acarbosetherapie die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse signifikant verringert, so Zeymer. In einer Meta-Analyse sieben internationaler Studien wurden die Daten von 2180 Typ-2-Patienten bewertet. 1248 erhielten Acarbose, 932 ein Placebo. Im Vergleich zu Placebo waren mit Acarbose nach im Mittel 1,5 Jahren Herzinfarkte um 64 Prozent seltener.

Neu belegt eine Stop-NIDDM-Substudie für Acarbose einen günstigen Effekt auf die Intima-Media-Dicke (IMT) der Carotis. Die IMT als Marker für das Fortschreiten einer Gefäßerkrankung wurde zu Beginn und nach 3,9 Jahren bei 115 Patienten (Acarbose: 56, Placebo: 59) mit Ultraschall vermessen. Mit Acarbose war der IMT-Anstieg kleiner: 0,02 mm im Vergleich zu 0,05 mit Placebo.

Bei einer Untersuchung in Ludwigshafen hatten von 3266 koronarangiografierten Patienten 17 Prozent einen bekannten Diabetes, bei 18 Prozent wurde er neu diagnostiziert. Normale Glukosetoleranz hatte nur ein Drittel. Daten des Euro Heart Survey mit über 4000 Patienten mit chronischer KHK oder akutem Koronarsyndrom (ACS) belegen bei jedem dritten einen Diabetes. Bei den übrigen ACS-Patienten wurde bei jedem fünften ein Diabetes neu entdeckt und bei jedem dritten eine IGT.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie