Diabetes

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Ärzte Zeitung, 24.11.2004

Etwas Husten und viel Akzeptanz für inhalierbares Insulin

Nach Umfragen würde fast jeder zweite Typ-2-Diabetiker mit einer Insulintherapie beginnen, wenn er inhalieren könnte statt spritzen zu müssen

MÜNCHEN (hbr). Husten kann beim Einsatz von inhalierbarem Insulin vorkommen. Antikörper-Anstiege beeinflussen die Wirksamkeit des Medikamentes offenbar nicht. Und wenn die Patienten das Präparat jetzt schon einnehmen dürften, kämen mit der Insulin-Variante zum Einatmen viele von ihnen früher zur Insulintherapie.

Das ist die Quintessenz einer Veranstaltung zum inhalierbaren Insulin bei einem Diabetologen-Kongreß in München. Demnach hatten 9,6 Prozent von 900 Patienten, die Insulin inhalierten, Husten, aber nur 0,2 Prozent derer, die Insulin injizierten, so Professor Joseph Brain aus Boston. Das sei der häufigste unerwünschte Effekt, verursacht wohl durch das Einatmen selbst. Der Husten sei meist mild bis moderat, nicht mit einer Abnahme der Lungenfunktion assoziiert und gehe mit der Zeit zurück. Auch ein leichter Anstieg an - meist mild ausgeprägter - Dyspnoe sei verzeichnet worden.

Zudem wurde in Studien mit 752 Typ-1-Diabetikern und 291 Typ-2-Patienten ein Anstieg an Insulin-Antikörpern festgestellt. Das scheine aber keine Konsequenzen zu haben, so Brain bei einem von Aventis und Pfizer geförderten Symposium: Eine Verbindung zu respiratorischen Ereignissen, Hypoglykämien, Insulindosis, Blutzuckerwerten oder HbA1c-Wert wurde nicht gefunden.

Inhaliertes Insulin ermöglicht eine effektive Stoffwechselkontrolle. Wäre es schon erhältlich, würden sich viele Typ-2-Diabetiker für eine Insulintherapie entscheiden. Das hat eine internationale Befragung von 800 Patienten ergeben. Nur 16 Prozent entschieden sich für Insulin, wenn sie zwischen subkutaner Injektion und oralen Antidiabetika wählen durften. Stand dagegen zusätzlich inhalierbares Insulin zur Wahl, dann stieg die Akzeptanz erheblich: 43 Prozent würden dann eine Insulintherapie beginnen, sagte Professor Robert Heine aus Amsterdam.

Dabei sind Ärzte und ihre Patienten sich offenbar näher, als oft vermutet wird: Eine Befragung von praktischen Ärzten und Endokrinologen ergab fast das gleiche Ergebnis.

Wann das neue Insulin erhältlich sein wird, ist noch unklar - es läuft noch das Zulassungsverfahren der europäischen Arzneimittelbehörde.

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