Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Rosiglitazon plus Sulfonylharnstoff ist gutes Gespann bei Typ-2-Diabetes

HbA1c-Ziel wird öfter erreicht als mit Sulfonylharnstoff allein / Studie mit 200 Patienten

MÜNCHEN (hbr). Mit einer oralen Kombinationstherapie aus Rosiglitazon und Sulfonylharnstoff erreichen mehr Patienten mit Diabetes ihre HbA1c-Ziele als mit einer Sulfonylharnstoff-Monotherapie.

Regelmäßiges Messen belegt den Erfolg der blutzuckersenkenden Therapie von Diabetikern. Foto: AOK

Das sind erste Ergebnisse der RESULT-Studie (Rosiglitazone Early versus SULfonylurea Titration), die beim europäischen Diabeteskongreß in München vorgestellt worden ist.

An der Untersuchung nahmen in zwei Behandlungsgruppen etwa 200 Typ-2-Diabetiker zwei Jahre lang teil. Die erste Gruppe wurde mit einem Sulfonylharnstoff behandelt und erhielt zusätzlich ein Placebo; bei Bedarf konnte die Dosis erhöht werden. Auch in der zweiten Gruppe konnte die Dosis der Medikation gesteigert werden; hier erhielten die Patienten zusätzlich zum Sulfonylharnstoff bis zu acht Milligramm des Insulinsensitizers Rosiglitazon (Avandia®) täglich.

Die beiden Wirkprinzipien ergänzen sich: Sulfonylharnstoffe stimulieren die Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse, und Rosiglitazon vermindert die Insulinresistenz. Mehr als 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker haben eine Insulinresistenz, die mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht.

Erste Auswertungen der Daten belegten, daß mit Rosiglitazon die Insulinresistenz abgenommen hat, wie Professor Stephan Matthaei vom Diabeteszentrum in Quakenbrück bei einem von GlaxoSmithKline unterstützten Symposium berichtet hat. Bei der Monotherapie sei die Insulinresistenz im Gegensatz dazu leicht gestiegen.

Mit der Sulfonylharnstoff-Monotherapie erreichten die Patienten im Mittel keinen besseren HbA1c-Wert. Mit der Kombination jedoch konnten die Patienten ihren HbA1c von 7,6 auf sieben Prozent absenken. Diese glykämische Kontrolle blieb über zwei Jahre stabil, sagte Matthaei. Gleichzeitig erreichte jeder zweite Patient mit der Rosiglitazon-Kombination den angestrebten Zielwert von weniger als sieben Prozent. Mit der Monotherapie dagegen hatte dies nicht einmal jeder vierte geschafft.

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