Ärzte Zeitung, 14.10.2004

Wichtigster Laborwert für Diabetiker ist HbA1c

Diabetologin: Jedes Prozent Reduktion verringert das Sterberisiko um 17 Prozent - das sollten Patienten wissen

HÖCHST (eis). Bei Diabetikern sollte besser als bisher auf den HbA1c-Wert geachtet werden, fordert Professor Hannele Yki- Jaervinen von der Universität Helsinki. Der Marker für die Qualität der langfristigen Blutzuckerkontrolle ist bei jedem zweiten Typ-2-Diabetiker viel zu hoch.

"Häufig wird den Patienten zu lange erzählt, sie sollten Sport treiben und Gewicht reduzieren. Dann wird mit oralen Antidiabetika behandelt und nach zehn Jahren ist die Stoffwechseleinstellung immer noch unverändert schlecht", hat Yki-Jaervinen beim Diabetes Media Day im Industriepark Höchst gesagt. In Therapie-Richtlinien wird zwar ein HbA1c-Zielwert unter 6,5 Prozent empfohlen. Bei fast der Hälfte der Typ-2-Diabetiker ist der Blutzucker jedoch nicht ausreichend kontrolliert; und der Wert liegt über 7,5 Prozent.

Hierdurch werden viele Chancen vergeben. Für jeden Prozentpunkt Reduktion des HbA1c verringert sich nach Studienergebnissen das Risiko für Diabetes-Komplikationen um 21 Prozent, das Risiko für Herzinfarkte um 18 Prozent, das Risiko für Augen- und Nierenkomplikationen um 35 Prozent und das Sterberisiko um 17 Prozent, so Yki-Jaervinen bei der Veranstaltung von Sanofi-Aventis.

Daß mit strikter Insulintherapie der HbA1c ausreichend gesenkt werden kann, hat nach ihren Angaben eine US-Studie mit über 750 adipösen Patienten ergeben. Die Patienten wurden entweder mit NPH-Insulin oder Insulin glargin (Lantus®) behandelt. Das Insulin wurde so titriert, daß die Nüchtern-Blutzuckerwerte unter 100 mg/dl lagen. Mit beiden Therapien seien die HbA1c-Werte binnen 24 Wochen von im Mittel 8,5 auf unter 7 Prozent gesenkt worden, sagte Yki-Jaervinen. Bei der Therapie mit Insulin glargin habe es jedoch deutlich weniger Hypoglykämien gegeben.

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