Ärzte Zeitung, 25.11.2004

Insulin-Pumpe optimiert Blutzuckerwerte

MÜNCHEN (hbr). Mit Insulinpumpen können Diabetiker ihre Stoffwechselkontrolle verbessern und Blutzuckerprofile glätten. Kandidaten für die elektronischen Überlebenshilfe sind etwa Patienten, deren Blutzuckereinstellung auch mit intensivierter Insulintherapie (ICT) nicht in den Griff zu bekommen ist.

Gut geeignet sei die Insulinpumpe zum Beispiel beim Dämmerungsphänomen, sagte Privatdozent Dr. Oliver Schnell aus München beim Europäischen Diabeteskongreß in München. Diese morgendlichen Blutzuckeranstiege lassen sich mit der Pumpe durch die eingespeicherte, individuelle Basalrate mit stündlich bedarfsgerechter Insulinabgabe besser reduzieren als mit Injektionen. Das verhindert auch das Unterzuckerungsrisiko infolge der Wirkgipfel von injiziertem Basalinsulin.

Eine Neigung zu Hypoglykämien oder eine gestörte Hypoglykämiewahrnehmung sind ebenfalls Grund für eine Pumpentherapie. So sollte der HbA1c-Wert der Patienten unter 6,5 Prozent liegen, um Folgeschäden vorzubeugen, sagte Schnell. Ein so guter Wert ist aber bei den üblichen Therapien mit einem erhöhten Hypoglykämierisiko verbunden. Die Pumpe erlaubt eine genauere Feineinstellung der Insulinversorgung, mit der normnahe Glukosewerte besser erreichbar sind. Hypoglykämien gehen zurück, besonders nachts, und das Blutzuckerprofil wird ausgeglichener. Weitere Gründe sind dem- entsprechend besonders strenge Zielwerte, wie sie etwa während einer Schwangerschaft empfohlen werden.

Vor einer Pumpentherapie sollten Patienten jedoch mit der ICT vertraut sein; denn die Pumpe handelt nur nach Vorgaben. Auch wenn es nun mit Paradigm® von Medtronic MiniMed erstmals eine intelligente Insulinpumpe gibt, die Patienten die fehleranfällige Rechenarbeit abnimmt und auf der Basis individueller Werte und der geplanten Kohlenhydratmenge den jeweils passenden Mahlzeiten-Bolus vorschlägt, kann als Richtschnur gelten: Patienten sollten die ICT seit mindestens sechs Monaten beherrschen. Sie müssen außerdem bereit sein, mindestens fünfmal täglich den Blutzucker zu messen, manchmal auch nachts. Die Werte müssen dokumentiert werden.

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