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Alkohol in Maßen bei Diabetes vertretbar

WIESBADEN (kat). Bisher wurde Typ-2-Diabetikern geraten, auf Alkohol zu verzichten. Einige internationale Studien sowie die deutsche Diabetes-AhrWeinStudie haben inzwischen belegen können, daß die Angst vor einer Verschlechterung des Stoffwechsels bei moderatem Alkoholgenuß unberechtigt ist.

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Die bisherige Sichtweise, die eine Alkoholkarenz für Diabetiker forderte, stützte sich vor allem auf vier Begründungen. Die Blutzuckerkontrolle sei erschwert, das Risiko von Übergewicht würde erhöht, es käme zu einer Blutdruckerhöhung und es käme zu einer Erhöhung der Triglyzeride. Wie der Ernährungswissenschaftler Dr. Nicolai Worm aus Starnberg anhand kontrollierter Studien belegt hat, treffen die ersten drei Behauptungen nicht zu, die vierte ist fraglich.

Fall-Kontroll-Studie mit Nicht-Diabetikern

Moderater Alkoholkonsum verbessert nach den Ergebnissen einer Fall-Kontroll-Studie bei Nicht-Diabetikern nicht nur die Insulin-abhängige Glukoseaufnahme und die HDL-Konzentration, sondern verringert die Blutzucker- und Insulinkonzentration.

Positive Effekte auf den Zucker- und Fettstoffwechsel fanden sich auch in einer Studie aus dem Jahre 2002 mit Frauen in der Postmenopause: Die Triglyzeridspiegel gingen um zehn Prozent zurück. Die Triglyzeridspiegel sanken mit 15 g Alkohol pro Tag um sieben Prozent und mit 30 g pro Tag sogar um zwölf Prozent im Vergleich zur einer Kontrollgruppe mit Alkoholkarenz.

Als Grund für diese früheren Studiendaten widersprechenden Ergebnisse nannte Worm, daß der Effekt von Alkohol in der neuen Studie ohne zusätzliche Aufnahme von Kohlenhydraten untersucht wurde. Im Hinblick auf einen "Diabetes-präventiven" Effekt könne man aus epidemiologischen Studien folgern, daß 20 bis 30 g pro Tag optimal sind.

Bei Patienten mit manifestem Diabetes war in einer Studie aus dem Jahr 1999 die Sterberate umgekehrt mit dem Alkoholkonsum korreliert. Patienten, die früher oder nie getrunken hatten, wurden mit jenen verglichen, die weniger als 2 g pro Tag, 2 bis 13 Gramm pro Tag oder mehr als 14 g pro Tag tranken. Die Gruppe mit dem höchsten Alkohol-Konsum schnitt am besten ab.

Keine signifikanten Blutzucker-Veränderungen

Auch die Ergebnisse der deutschen AhrWeinStudie taugen für ein Plädoyer, Diabetikern Wein nicht länger vorzuenthalten. Wie Dr. Gerhard Kreuter, Chefarzt des Krankhauses Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler sagte, kam es bei sechswöchiger Zufuhr von 300 ml deutschem Rotwein täglich zu keiner signifikanten Veränderung des Nüchternblutzuckers, das prothrombotische Fibrinogen nahm ab, das HDL stieg, Blutdruck und Körpergewicht blieben konstant.

Sein Fazit: Gut eingestellte Diabetiker können moderat Wein trinken, ohne daß sich ein negativer Effekt für ihren Stoffwechsel oder Blutzucker ergibt.

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