Diabetes

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Ärzte Zeitung, 04.05.2005

Schwangere brauchen scharfe Glukose-Einstellung

Je schlechter die Stoffwechselkontrolle bei Diabetes, desto mehr Fehlbildungen / Insulin-Analogon bietet Vorteile

FRANKFURT AM MAIN (ner). Schwangere Diabetikerinnen müssen ihren Glukose-Stoffwechsel besonders gut im Griff haben. Bei der notwendigen scharfen Blutzuckereinstellung sehen Diabetologen Vorteile für die Anwendung eines kurzwirksamen Insulin-Analogons.

Der Insulinbedarf werdender Mütter mit Diabetes mellitus steigt im Laufe der Schwangerschaft allmählich an. Um das generell erhöhte Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Diabetikerinnen möglichst klein zu halten, werden mittlere Blutzuckerspiegel von maximal 100 mg/dl (5,5 mmol/l) und HbA1c-Werte um sechs Prozent empfohlen. Das hat Professor Thomas Kunt vom Sheikh-Zayed-Hospital in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten berichtet.

In einer niederländischen Studie mit mehr als 300 schwangeren Diabetikerinnen lag die Fehlbildungsrate bei Kindern gut eingestellter Frauen bei sechs Prozent (HbA1c kleiner als sieben Prozent). Hatten die Mütter aber schlechtere HbA1c-Werte (über sieben Prozent), dann lag die Fehlbildungsrate bei 13 Prozent, so Kunt bei der Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Frankfurt am Main.

Frauen, die mit Insulin lispro (Humalog®) behandelt worden waren, erreichten dabei ebenso gut die Zielwerte wie mit Humaninsulin behandelte Patientinnen. In einer weiteren Studie waren knapp 500 schwangere Diabetikerinnen mit Insulin lispro behandelt worden. Von den 542 geborenen Kindern hatten lediglich fünf Prozent Fehlbildungen.

Ein Vorzug des Insulin-Analogons etwa bei Schwangerschaftsübelkeit sei es, daß es auch postprandial gespritzt werden könne, so Kunt. Denn die Stoffwechselwirkung sei identisch, egal ob unmittelbar vor oder nach dem Essen gespritzt werde. Nach Ansicht anderer Diabetologen werden wegen der kurzen Halbwertszeit des Insulin-Analogons Späthypoglykämien vermieden. Dies erleichtere es, Postprandialwerte von möglichst unter 120 mg/dl zu erreichen.

Die Entwicklung des Kindes werde durch Insulin lispro nicht beeinflußt, sagte Kunt. Das Insulin-Analogon passiere selbst in hohen Dosen nicht die Plazentaschranke.

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