Ärzte Zeitung, 04.05.2005

Nationales Diabetesprogramm wird vorgestellt

Strategien zur Prävention und Therapie gegen Typ-2-Diabetes sollen erforscht werden / Diabetes-Kongreß in Berlin

BERLIN (grue). Gezielte Strategien zur Prävention und Therapie gegen Typ-2-Diabetes sollen unter Federführung der Deutschen Diabetes Union entwickelt werden. Auf der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft wird dazu am Samstag ein Nationales Diabetesprogramm vorgestellt.

Zu dem neuen Aktionsprogramm gehört eine Fragebogenaktion zur Erkennung von Risikopatienten, wie Kongreßpräsident Professor Andreas Pfeiffer von der Charité in Berlin berichtet hat.

    Der generelle Rat zu gesunder Lebensführung fruchtet nicht.
   

Abgefragt werden nur wenige Parameter, etwa Tallien-Umfang und Diabeteshäufigkeit in der Familie. Außerdem sind in dem Diabetes-Programm zwei große Studien zur Prävention und Versorgungsforschung geplant, die noch in diesem Jahr beginnen sollen.

Die künftige Diabetes-Forschung wird sich zum Beispiel mit der Frage befassen, welche Faktoren des Lebensstils wie Bewegungsmangel oder Ernährung das Diabetes-Risiko tatsächlich beeinflussen.

So sei bisher kaum bekannt, wie stark Ballaststoffe vor Typ-2-Diabetes schützen und welchen Einfluß Fette und Eiweiße auf die Pathogenese des Typ-2-Diabetes haben, sagte Pfeiffer. Da die generelle Empfehlung zu gesunder Lebensführung mit mehr Bewegung in der Bevölkerung auf wenig Resonanz stoße, müsse der Beitrag einzelner Risikofaktoren zur Diabetes-Entstehung besser untersucht werden.

"Dann wäre eine sehr gezielte Prävention möglich", so Pfeiffer. Durch gebündelte Vorsorge-Maßnahmen ließe sich die Rate an Neuerkrankungen um etwa 60 Prozent verringern.

Bei der diesjährigen Tagung werden aber auch Themen aufgegriffen, die in der Diabetologie bisher kaum beachtet wurden. "Es geht zum Beispiel um geschlechtsspezifische Unterschiede in Diagnostik und Therapie", sagte Pfeiffer. So müsse der Effekt der Menopause auf den Diabetesverlauf stärker berücksichtigt werden, aber auch die Tatsache, daß Frauen eine andere Verteilung des Fettgewebes haben.

Weitere Infos zum Kongreß im Internet unter www.ddg2005.de/

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