Dyslipidämie ist Gift für Diabetiker-Herzen

BERLIN (grue). Bei abnormen Lipidwerten ist das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern besonders stark erhöht. Daher sollten die Patienten wegen der Lipidwerte ebenso konsequent behandelt werden wie wegen der Hyperglykämie.

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Patienten mit metabolischem Syndrom oder Diabetes haben meist auch einen gestörten Lipidmetabolismus. "Die Dyslipidämie trägt am meisten zum hohen kardiovaskulären Risiko der Typ-2-Diabetiker bei", sagte Professor Klaus Parhofer aus München bei einer Veranstaltung der Merck Pharma GmbH beim Diabetes-Kongreß in Berlin.

Auffällig sei das typische Lipidmuster der Diabetiker mit erhöhten Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegeln und erniedrigtem HDL. Durch Senkung des Blutzuckers und eine gesündere Lebensweise werden die Lipidwerte besser, aber selten normal.

Die medikamentöse Therapie mit Lipidsenkern orientiert sich am Lipidprofil. Patienten mit hohen Triglyzeridspiegeln erhalten vorzugsweise ein Fibrat, sonst wird meist mit einem Statin begonnen. Der Effekt auf das HDL ist dabei begrenzt. "Diabetiker sollten aber möglichst ein Ziel von über 40 mg/dl HDL-Cholesterin erreichen", sagte Parhofer.

Er kombiniere deshalb oft mit retardiertem Niacin (Niaspan®). Niacin habe von den Lipidsenkern den stärksten Effekt auf HDL und in Endpunktstudien zur Sekundärprävention die kardiovaskuläre Mortalität bei Risikopatienten vermindert, erinnerte Parhofer. Wie sehr die Patienten von der Kombinationstherapie profitieren, lasse sich indirekt aus der ARBITER-2-Studie ablesen.

In dieser Studie erhielten KHK-Patienten mit niedrigen HDL-Werten zusätzlich zur Statintherapie niedrigdosiertes Niacin (1000 mg/Tag) oder Placebo. In der Verumgruppe stieg der HDL-Spiegel innerhalb von zwölf Monaten im Mittel um 21 Prozent. Außerdem konnte nur damit die Progression der Atherosklerose gebremst werden, mit Placebo nahm die Intimamediadicke in den Karotiden deutlich zu.

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