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Ärzte Zeitung, 11.05.2005

Diabetiker mit Neuropathie werden jetzt umfassend geschult

"Neuros" informiert über Diagnostik und Therapie / Hoffnung auf kausale Behandlung

BERLIN (ej). Mit "Neuros" wird jetzt ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für Patienten mit diabetischer Neuropathie angeboten. Das Programm soll dazu beitragen, eine zeitgemäße Diagnostik der und Therapie bei Neuropathie in der Praxis umzusetzen.

Ein Kollege kontrolliert die Füße bei einem Diabetes-Patienten; auch hier macht sich die Neuropathie bemerkbar. Foto: Klaro

"Neuros" wurde von der Diabetes- Akademie Bad Mergentheim in Zusammenarbeit mit Professor Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf entwickelt und erstmals auf dem Deutschen Diabeteskongreß vorgestellt. "Wir brauchen dieses Programm, weil nach Schätzungen jeder vierte Diabetiker von der diabetischen Polyneuropathie betroffen ist, doch nur jeder zweite eine Therapie erhält", sagte Professor Dan Ziegler.

Mit zunehmender Diabetesdauer steigt das Risiko, an einer Neuropathie zu erkranken. Sie geht mit Mißempfindungen und Schmerzen einher, die die Lebensqualität erheblich einschränken. Hinzu kommt das hohe Risiko für die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms.

"Deshalb verfolgen wir mit dem Programm eine Doppelstrategie: Wir wollen sowohl bei Patienten als auch bei den Schulenden das Wissen über das Krankheitsbild der diabetischen Neuropathie verbessern sowie zeitgemäße Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen", erklärte Diplom-Psychologe Dr. Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim.

Proteinkinase C-Beta hat zentrale Bedeutung

Eine zentrale Bedeutung für die Pathogenese der diabetischen Polyneuropathie hat die Proteinkinase C-Beta (PKC Beta). Das Enzym wird infolge einer Hyperglykämie aktiviert und ist nach Angaben von PD Dr. Thomas Forst aus Mainz ein Hauptfaktor in der Entwicklung diabetischer Komplikationen. Durch erhöhte Gefäßpermeabilität sowie Störungen der Zellproliferation und Signaltransduktion begünstigt PKC Beta die Entstehung von diabetischer Neuropathie, Nephropathie und Retinopathie.

 
EIn Ulkus unter dem großen Zeh: Dort gibt es bei Diabetikern mit Neuropathie häufig solche Geschwüre. Foto: Miro  

Einen ersten kausal orientierten Therapieansatz könnte der neue PKC-Hemmer Ruboxistaurin bieten. Nach den Resultaten von Phase II-Studien hat die Substanz das Potential, die Neuropathie-Entwicklung zu bremsen und die Nervenleitgeschwindigkeit erheblich zu verbessern. Wie Studiendaten bei 82 Patienten zeigen, konnte eine einjährige Therapie die Hauptsymptome der diabetischen Neuropathie - brennende, stechende, stumpfe Schmerzen, gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, Parästhesien und Taubheitsgefühl - signifikant verbessern.

Die Symptome wurden mit dem neuropathischen Symptom-Score-6 erfaßt. Trotz dieses vielversprechenden Ansatzes bleibt eine möglichst frühe Therapie der beste Weg. Daher hat das Unternehmen Lilly Deutschland das Schulungsprogramm "Neuros" initiiert. Es entspricht den Standards einer modernen Schulung.

Durch die multimodale Ausrichtung ist das Programm im Einzelgespräch und in Gruppenschulungen einsetzbar. Es besteht aus 40 Overhead-Folien zur Gruppenberatung, einem Tisch-Flipchart mit Manual für die Einzelberatung, einer CD-ROM für die Beamer-Präsentation und einem pädagogischen Leitfaden für die Anwender.

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