Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetiker mit Neuropathie werden jetzt umfassend geschult

BERLIN (ej). Mit "Neuros" wird jetzt ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für Patienten mit diabetischer Neuropathie angeboten. Das Programm soll dazu beitragen, eine zeitgemäße Diagnostik der und Therapie bei Neuropathie in der Praxis umzusetzen.

Veröffentlicht:

"Neuros" wurde von der Diabetes- Akademie Bad Mergentheim in Zusammenarbeit mit Professor Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf entwickelt und erstmals auf dem Deutschen Diabeteskongreß vorgestellt. "Wir brauchen dieses Programm, weil nach Schätzungen jeder vierte Diabetiker von der diabetischen Polyneuropathie betroffen ist, doch nur jeder zweite eine Therapie erhält", sagte Professor Dan Ziegler.

Mit zunehmender Diabetesdauer steigt das Risiko, an einer Neuropathie zu erkranken. Sie geht mit Mißempfindungen und Schmerzen einher, die die Lebensqualität erheblich einschränken. Hinzu kommt das hohe Risiko für die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms.

"Deshalb verfolgen wir mit dem Programm eine Doppelstrategie: Wir wollen sowohl bei Patienten als auch bei den Schulenden das Wissen über das Krankheitsbild der diabetischen Neuropathie verbessern sowie zeitgemäße Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen", erklärte Diplom-Psychologe Dr. Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim.

Proteinkinase C-Beta hat zentrale Bedeutung

Eine zentrale Bedeutung für die Pathogenese der diabetischen Polyneuropathie hat die Proteinkinase C-Beta (PKC Beta). Das Enzym wird infolge einer Hyperglykämie aktiviert und ist nach Angaben von PD Dr. Thomas Forst aus Mainz ein Hauptfaktor in der Entwicklung diabetischer Komplikationen. Durch erhöhte Gefäßpermeabilität sowie Störungen der Zellproliferation und Signaltransduktion begünstigt PKC Beta die Entstehung von diabetischer Neuropathie, Nephropathie und Retinopathie.

Einen ersten kausal orientierten Therapieansatz könnte der neue PKC-Hemmer Ruboxistaurin bieten. Nach den Resultaten von Phase II-Studien hat die Substanz das Potential, die Neuropathie-Entwicklung zu bremsen und die Nervenleitgeschwindigkeit erheblich zu verbessern. Wie Studiendaten bei 82 Patienten zeigen, konnte eine einjährige Therapie die Hauptsymptome der diabetischen Neuropathie - brennende, stechende, stumpfe Schmerzen, gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, Parästhesien und Taubheitsgefühl - signifikant verbessern.

Die Symptome wurden mit dem neuropathischen Symptom-Score-6 erfaßt. Trotz dieses vielversprechenden Ansatzes bleibt eine möglichst frühe Therapie der beste Weg. Daher hat das Unternehmen Lilly Deutschland das Schulungsprogramm "Neuros" initiiert. Es entspricht den Standards einer modernen Schulung.

Durch die multimodale Ausrichtung ist das Programm im Einzelgespräch und in Gruppenschulungen einsetzbar. Es besteht aus 40 Overhead-Folien zur Gruppenberatung, einem Tisch-Flipchart mit Manual für die Einzelberatung, einer CD-ROM für die Beamer-Präsentation und einem pädagogischen Leitfaden für die Anwender.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt