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KOMMENTAR

Vom falschen Dogma zur Therapie

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Typ-1-Diabetes könnte bald eine Krankheit sein, die sich mit einer Zelltherapie einfach heilen läßt. Das ist die eine Erkenntnis, die sich aus den jetzt publizierten Experimenten israelischer Forscher ergibt.

Die zweite ist viel tiefgreifender: Vielleicht ist die Diskussion um embryonale oder adulte Stammzellen zum Teil obsolet. Es geht manchmal auch ohne Stammzellen. Ausdifferenzierte Zellen lassen sich für eine Zelltherapie umprogrammieren und in einen anderen Zelltyp verwandeln - im Beispiel der israelischen Forscher Leber- in Pankreaszellen.

Noch vor wenigen Jahren glaubte man, einmal ausdifferenziert, ließe sich die Identität einer Zelle nicht mehr ändern. Die Forscher haben dieses Dogma vor fünf Jahren widerlegt - und daraus jetzt einen eleganten Therapie-Ansatz entwickelt.

Der Vorteil dieses Verfahrens: Leberzellen lassen sich durch eine Biopsie leicht entnehmen, sie lassen sich in Kultur leicht vermehren, und werden sie nach einem Identitätswechsel wieder beim selben Patienten eingepflanzt, erzeugen sie keine Abstoßungsreaktion.

Unklar ist aber noch, ob Pankreaszellen, die aus Leberzellen stammen, die Autoimmunreaktion überleben, die die natürlichen Inselzellen bei Typ-1-Diabetikern tötet.

Lesen Sie dazu auch: Genveränderte Leberzellen senken Glukosespiegel

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