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Kann Rosiglitazon Diabetiker vor Herzinfarkt schützen?

HAMBURG (nie). Ob der Blutzucker senkende Wirkstoff Rosiglitazon auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko von Typ-2-Diabetikern nachhaltig mindern kann, wird in einem großen Studienprogramm mit mehr als 25 000 Teilnehmern untersucht. Ersten Daten zufolge kann Rosiglitazon auch kardiovaskuläre Risikofaktoren günstig beeinflussen.

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Rosiglitazon (Avandia®) gehört zu den Glitazonen, die den Blutzucker bei Typ-2-Diabetikern senken, indem sie Insulinresistenz vermindern. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, daß Glitazone auch kardiovaskuläre Effekte haben. Ersten Daten zufolge reduzieren Glitazone die Spiegel von Entzündungsfaktoren wie CRP und modulieren endotheliale Dysfunktionen, sagte Professor Nikolaus Marx vom Universitätsklinikum Ulm.

Darüber hinaus scheinen Glitazone direkte Effekte in die Gefäßwand zu haben: Bei Untersuchungen mit Nicht-Diabetikern sei belegt worden, daß mit Rosiglitazon eine Verdickung der Gefäßwand verhindert werden kann, berichtete der Internist bei einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Hamburg.

Ob diese positiven Effekte auch langfristig bestehen und klinisch relevant sind, soll nun in mehreren Studien belegt werden, in denen der Wirkstoff in allen Phasen der Krankheit bis hin zu kardiovaskulären Endpunkten wie Tod durch Schlaganfall oder Herzinfarkt geprüft werden soll. Die Studien mit jeweils mehreren tausend Patienten laufen zwischen drei und sechs Jahren.

Nach Angaben von Daniela Seidel, Leiterin des medizinischen Fachbereichs Diabetes und Stoffwechsel beim Unternehmen wird in der ersten Studie (DREAM) bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz untersucht, ob eine Therapie mit Rosiglitazon, dem ACE-Hemmer Ramipril oder der Kombination von beiden, eine Manifestation von Typ-2-Diabetes vermindern kann.

In der zweiten Studie (ADOPT) mit Typ-2-Diabetikern, die zuvor noch nicht mit Medikamenten behandelt worden waren, wird die Diabetesprogression analysiert. Dabei werden die Ergebnisse einer Monotherapie mit Metformin, Glibenclamid oder Rosiglitazon miteinander verglichen.

Um kardiovaskuläre Endpunkte geht es zum Beispiel in der Studie RECORD. Studien-Teilnehmer von RECORD sind Typ-2-Diabetiker, die durch eine Monotherapie nicht mehr ausreichend behandelt werden können. Dabei wird die Standardkombination Metformin und Sulfonylharnstoff mit den Kombinationen Metformin und Rosiglitazon sowie Sulfonylharnstoff und Rosiglitazon verglichen.

Seidel zufolge konnte durch Substudien bereits nachgewiesen werden, daß es in den Rosiglitazon-Gruppen zu einer Verbesserung der Insulinsensitivität, zu einer Verminderung des Entzündungsmarkers CRP und zu einem Absinken des Blutdruckes kam. Erste Ergebnisse der Studien sollen 2006 vorliegen.

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