Direkt zum Inhaltsbereich

Einmal im Quartal Fußcheck bei Diabetikern!

NEU-ISENBURG (eis). Allein in Deutschland wurden 2003 bei etwa 31 000 Diabetikern ein Fuß oder Teile davon amputiert, berichtet die Deutsche Diabetes Union (DDU). Durch eine angemessene Prophylaxe und Therapie der Gefährdeten ließen sich die meisten Amputationen vermeiden. Um das Bewußtsein dafür zu schärfen, steht der Weltdiabetestag in diesem Jahr unter dem Motto "Füße zuerst - Amputationen verhindern!"

Veröffentlicht:

Warum haben Diabetiker ein so hohes Risiko für ein Fußgeschwür und damit für Amputationen? "Wenn wir mit dem nackten Fuß auf eine Glasscherbe treten, zucken wir vor Schmerzen zurück", sagt Dr. Hans-Christoph Treichel aus Stendal.

"Beim geschädigten Fuß eines Diabetikers fehlt dieser Schmerz jedoch häufig", so der Diabetologe vom Johanniter-Krankenhaus Genthin. Auf der bundesweiten Hauptveranstaltung zum Weltdiabetestag in München informiert Treichel über den diabetischen Fuß.

Hoher Blutzucker führt zu Polyneuropathie mit fatalen Folgen für die Füße: Egal, ob ein Schuh drückt oder sich eine Reißzwecke durch die Sohle bohrt, durch die geschädigten Nerven nehmen die Patienten Verletzungen immer weniger wahr. Hinzukommt, daß sich bei einer peripheren diabetischen Neuropathie oft die Schweißsekretion verringert. Die Haut wird trocken und neigt zu Einrissen und Fissuren.

Jeder dritte Diabetiker mit Neuropathie leidet zudem an peripherer arterieller Verschlußkrankheit. Wegen der geschädigten Blutgefäße am Fuß fehlen Sauerstoff, Nährstoffe und Abwehrzellen. Wunden dort können sich daher sehr schnell infizieren, und sie heilen nur schlecht ab.

"Die beste Prophylaxe sind gute Blutzuckerwerte, normale Blutdruckwerte, normale Blutfette und die richtige Fußpflege", sagt Treichel. Das muß natürlich regelmäßig kontrolliert werden. Jeder Hausarzt sollte einmal im Quartal die Füße seiner Diabetes-Patienten untersuchen, heißt es im BDA-Manual Diabetischer Fuß.

Dazu gehört außer einer Anamnese die Inspektion von Gang- und Standbild, Fußskelett und Schuhen. Neurologische Basisparameter - wie Sensorik, Warm-Kalt- und Vibrations-Empfinden - lassen sich mit Tip-Therm, Stimmgabel und Reflexhammer erheben.

Zu achten ist vor allem auch auf Schwielen, Rhagaden, Läsionen und Mazerationen zwischen den Zehen. Diese können Infekte begünstigen, die hauptsächliche Ursache für spätere Amputationen. Ist es zu einem Fußsyndrom gekommen, gehören daher zur Therapie - außer stadiengerechter Wundbehandlung - immer Antibiotika.

Weitere Infos zum Weltdiabetestag unter www.diabetes-union.de

Lesen Sie dazu auch: Bei einem HbA1c über sieben Prozent ist eine intensivere Therapie nötig Schulungen zu Diabetiker-Füßen und zur Analgesie Spezialschuhe für Diabetiker Zeitschrift für die angewandte Diabetologie

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Arzthelferin impft Frau

© Glamourpixel / Stock.adobe.com

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Frau trägt eine  Lumbalorthese bei der Gartenarbeit.

© Gunars / Stock.adobe.com

Randomisierte Studie

Rückenschmerzen: Lumbalorthese wohl „nützliche Zusatzoption“

Eine Frau mit segmentalen Vitiligo-Flecken auf dem Rücken.

© llhedgehogll / stock.adobe.com

Leitlinien-Upgrade

Vitiligo: Tipps für ein optimales Therapiemanagement