Ärzte Zeitung, 13.10.2005

"Neuntausender": vom Toten Meer zum Mount Everest

Der Typ-1-Diabetiker Geri Winkler startet eine Extremtour / Glukosemeßgeräte von Bayer HealthCare getestet

Von Jürgen Stoschek

Der 49jährige Mathematiklehrer Geri Winkler aus Wien hat schon einige Abenteuer bestanden, von denen andere nur träumen: Trekking durch die Süd-Sahara, Überschreitung des indischen Himalaja, mit dem Rad vom Baltikum, durch Finnland und über die Faröer-Inseln nach Island.

Eisige Herausforderung: Im letzten Winter hat Geri Winkler den Mount Vinson, den höchsten Berg der Antarktis, bestiegen. Fotos: Bayer HealthCare

Das sind nur einige Touren aus einer mehrere Seiten langen Liste. Geri Winkler ist eigentlich ständig unterwegs. Jetzt hat er sich einen "Neuntausender" vorgenommen - den es auf dieser Erde gar nicht gibt.

Für Winkler kein Grund, auf den Plan zu verzichten. "Es kommt nur auf die Perspektive an", sagt der Wiener Extremsportler. Mitte Oktober startet Winkler am tiefsten Punkt der Erde, am Toten Meer, von wo er mit dem Fahrrad eine über 7600 Kilometer lange Strecke nach Katmandu zurücklegen wird.

Dort will er Mitte Februar nächsten Jahres eintreffen. Ende März schließt er sich dann einer Expedition auf den Mount Everest an. Vom Toten Meer bis zum Dach der Welt sind es genau 9258 Höhenmeter. Sein Projekt hat er deshalb "nEVEREST 9000+" genannt.

Rad-Trekking vom Baltikum nach Island.

Geri Winkler ist Typ-1-Diabetiker. Als er im September 1984 mit 28 Jahren erfuhr, daß sein Körper kein Insulin mehr produziert, rieten ihm die Ärzte zu strenger Diät, zu einer konventionellen Insulintherapie und zu gemäßigter Bewegung. Winkler wollte jedoch auf Fernreisen, Bergsteigen und Marathonlaufen nicht verzichten. "Bis zur Diagnose gab es in meinem Leben nicht allzuviel Regelmäßigkeit. Und das wollte ich auch nicht aufgeben."

    Winkler fährt mit dem Rad vomToten Meer nach Katmandu.
   

In den ersten Jahren mußte er freilich zurückstecken: Durch die damals übliche konventionelle Insulintherapie fühlte er sich in seinem Bewegungsdrang stark eingeschränkt. Doch schon im April 1987 gab es kein Halten mehr. Er nahm gegen den Rat seiner Ärzte erfolgreich am Wien-Marathon teil und lief nach drei Stunden und 22 Minuten durchs Ziel.

Von nun an ging's wieder bergauf. Wenige Wochen später war Winkler erneut auf Tour. Seine Reise führte ihn nach Westafrika. Im Sommer darauf überschritt er den indischen Himalaja zu Fuß auf einer unbekannten Route.

Mit eisernem Willen und Disziplin ist es Winkler immer wieder gelun-gen, sich seine Lebensträume trotz der Stoffwechselerkrankung zu ver-wirklichen. Immer wieder setzte er sich extremsten Bedingungen aus, lernte seine Krankheit immer besser kennen.

Basis-Camp in der Eiswüste: Geri Winkler in der Antarktis.

Der Umstieg auf eine intensivierte Insulintherapie im Frühjahr 1991 erweiterte seinen Aktionsradius erheblich. Viele Gipfel dieser Erde standen in den folgenden Jahren auf dem Programm. Einer der letzten war im Winter 2004/05 der Mount Vinson in der Antarktis, mit 5140 Metern (nach anderen Angaben 4897 Meter) der höchste Gipfel des Kontinents.

Im Herbst vor zwei Jahren entstand der Plan, den höchsten Gipfel jedes Kontinents zu besteigen, Weil Nord- und Südamerika getrennt gerechnet werden, heißt das Vorhaben "Seven-Summits-Project". Drei dieser Gipfel hat Winkler bereits realisiert. Der Mount Everest wäre der vierte. Bislang haben erst 80 Bergsteiger weltweit alle sieben Gipfel bezwungen.

Wichtigste Voraussetzung für das Gelingen seiner Touren sei die für seine Bedürfnisse gültige intensivierte Insulintherapie mit einem 24 Stun-den wirksamen Basalinsulin und einem sehr schnell wirksamen Insulin für die Mahlzeiten, sagte Winkler bei einer Presseveranstaltung von Bayer HealthCare in München. Weitere wichtige Voraussetzung sei die Messung des Blutzuckers vier- bis sechsmal täglich.

Bei mehreren seiner Expeditionen hat Winkler Glukosemeßgeräte aus der Ascensia®-Reihe von Bayer HealthCare getestet und festgestellt, daß er damit seine Blutzuckerwerte auch unter extremen körperlichen und witterungsbedingten Umständen zuverlässig kontrollieren kann. Die Geräte seien einfach zu bedienen, sagte Winkler.

Dank der modernen Insulintherapie und der einfachen Blutzuckerkontrolle gebe es deshalb für ihn keinen Grund, sich durch seine Stoffwechselstörung von weiteren Höchstleistungen abhalten zu lassen. Im Juni nächsten Jahres will Winkler wieder in Wien sein - um dann die nächste Expedition zu planen.

Geri Winkler wird über seine Tour vom Toten Meer zum Mount Everest im Internet berichten. Jede Woche wird er Berichte mit aktuellen Fotos ins World Wide Web stellen. Die Adresse: www.ascensia.de.

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