Direkt zum Inhaltsbereich

Kurzzeitige Glukosespitzen sind riskant fürs Herz

BERLIN (hbr). Hohe Glukosewerte nach dem Essen sind kardiovaskulär riskant. Mit dem kurzwirksamen Insulinglulisin lassen sie sich kontrollieren: Es senkt den postprandialen Blutzucker bei Diabetikern besser als Humaninsulin.

Veröffentlicht:

"Das kleine Quentchen postprandialer Hyperglykämie ist gefährlich", sagt Professor Martin Pfohl vom Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Duisburg. "Wir haben klare Belege, daß die überhöhten Werte das kardiovaskuläre System erheblich belasten."

Denn sie gehen mit einer gesteigerten Infarkt- und Schlaganfallhäufigkeit einher, betonte er bei der Tagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in Berlin. Auch kurzzeitige Glukosespitzen stoßen eine Kaskade ungünstiger Ereignisse an, die die Endothelfunktion verschlechtern. Niedrige Werte nach dem Essen dagegen verringern das Risiko.

Die dafür nötige Insulinausschüttung Gesunder kann normales Humaninsulin aber nur begrenzt imitieren, weil es relativ langsam anflutet. Der Blutzuckeranstieg nach dem Essen ist damit schwer zu bremsen. Eine Alternative bietet das kurzwirksame Insulinglulisin (Apidra®). Es wirkt besonders schnell und kann deshalb kurz vor dem Essen oder unmittelbar danach gegeben werden.

Studien belegen verbesserte postprandiale Werte. Dabei injizierten Typ-2-Diabetiker 26 Wochen lang ein Basalinsulin und als schnellen Mahlzeitenbolus Humaninsulin oder das Insulinanalogon Glulisin. Die Hu-maninsulin-Gruppe hielt einen Spritz-Eß-Abstand von etwa 30 Minuten ein, die Glulisingruppe nur einen kleinen oder gar keinen Abstand.

Trotzdem erreichten sie mit Glulisin im Mittel um 10 mg/dl niedrigere Werte nach dem Frühstück und dem Abendessen. Der HbA1c-Wert sank mit Humaninsulin um 0,3 und mit Glulisin um 0,5 Prozentpunkte. Denn postprandiale Werte wirken sich auch auf den HbA1c-Wert aus. Aber nicht generell bei allen Patienten gleichermaßen, so Pfohl bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis: Bei einem schlechten Wert von neun Prozent tragen die postprandialen Werte nur bis zu 40 Prozent zum HbA1c bei. Bei bereits relativ guten 7,3 Prozent dagegen bis zu 80 Prozent.

Das bedeutet: "Bei einem HbA1c von 7,2 kann ich mir noch so viel Mühe geben, einen Patienten basal optimal einzustellen - eine weitere Verbesserung des HbA1c werde ich vor allem über bessere postprandiale Werte erreichen."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävention und Therapie

In fünf Schritten zu einer besseren Adipositas-Versorgung

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue Therapien

Gleich mehrere Durchbrüche bei seltenen Erkrankungen

Lesetipps
Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?