Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 13.12.2005

Kurzzeitige Glukosespitzen sind riskant fürs Herz

Starke Blutzuckeranstiege nach dem Essen belasten die Gefäße von Diabetikern / Insulinanalogon bietet Vorteile

BERLIN (hbr). Hohe Glukosewerte nach dem Essen sind kardiovaskulär riskant. Mit dem kurzwirksamen Insulinglulisin lassen sie sich kontrollieren: Es senkt den postprandialen Blutzucker bei Diabetikern besser als Humaninsulin.

"Das kleine Quentchen postprandialer Hyperglykämie ist gefährlich", sagt Professor Martin Pfohl vom Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Duisburg. "Wir haben klare Belege, daß die überhöhten Werte das kardiovaskuläre System erheblich belasten."

Denn sie gehen mit einer gesteigerten Infarkt- und Schlaganfallhäufigkeit einher, betonte er bei der Tagung der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in Berlin. Auch kurzzeitige Glukosespitzen stoßen eine Kaskade ungünstiger Ereignisse an, die die Endothelfunktion verschlechtern. Niedrige Werte nach dem Essen dagegen verringern das Risiko.

Die dafür nötige Insulinausschüttung Gesunder kann normales Humaninsulin aber nur begrenzt imitieren, weil es relativ langsam anflutet. Der Blutzuckeranstieg nach dem Essen ist damit schwer zu bremsen. Eine Alternative bietet das kurzwirksame Insulinglulisin (Apidra®). Es wirkt besonders schnell und kann deshalb kurz vor dem Essen oder unmittelbar danach gegeben werden.

Studien belegen verbesserte postprandiale Werte. Dabei injizierten Typ-2-Diabetiker 26 Wochen lang ein Basalinsulin und als schnellen Mahlzeitenbolus Humaninsulin oder das Insulinanalogon Glulisin. Die Hu-maninsulin-Gruppe hielt einen Spritz-Eß-Abstand von etwa 30 Minuten ein, die Glulisingruppe nur einen kleinen oder gar keinen Abstand.

Trotzdem erreichten sie mit Glulisin im Mittel um 10 mg/dl niedrigere Werte nach dem Frühstück und dem Abendessen. Der HbA1c-Wert sank mit Humaninsulin um 0,3 und mit Glulisin um 0,5 Prozentpunkte. Denn postprandiale Werte wirken sich auch auf den HbA1c-Wert aus. Aber nicht generell bei allen Patienten gleichermaßen, so Pfohl bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis: Bei einem schlechten Wert von neun Prozent tragen die postprandialen Werte nur bis zu 40 Prozent zum HbA1c bei. Bei bereits relativ guten 7,3 Prozent dagegen bis zu 80 Prozent.

Das bedeutet: "Bei einem HbA1c von 7,2 kann ich mir noch so viel Mühe geben, einen Patienten basal optimal einzustellen - eine weitere Verbesserung des HbA1c werde ich vor allem über bessere postprandiale Werte erreichen."

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