Ärzte Zeitung, 17.01.2006

Neuer Zielwert für HbA1C beträgt 6,5 Prozent

Globale Diabetes-Leitlinien vorgestellt / Bei vielen Typ-2-Diabetikern wird eine Insulintherapie früher nötig als bisher

GRÜNWALD (sto). Die Zielwerte für die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes sind niedriger geworden. Nach den neuen Globalen Diabetes-Leitlinien der International Diabetes Federation (IDF) vom September 2005 sollten als Zielwerte angestrebt werden: Ein HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent, ein Nüchtern-Blutzucker-Wert unter 110 mg/dl und ein postprandialer Blutzucker-Wert unter 145 mg/dl.

Um diese niedrigen Zielwerte zu er-reichen, müßten viele Patienten schon nach relativ kurzer Krank-heitsdauer mit Insulin behandelt werden, so Dr. Andreas Liebl vom Diabetes- und Stoffwechselzentrum in Bad Heilbrunn. Bei den meisten Patienten könne die Insulintherapie vom Hausarzt begonnen werden, sagte Liebl bei den Grünwalder Gesprächen, die vom Unternehmen Novo Nordisk Pharma unterstützt wurden.

Bewährt habe sich eine konventionelle Insulintherapie mit einem modernen analogen Mischinsulin, das aus einer schnell löslichen und einer verzögert wirkenden Kompo-nente besteht , und das ein- bis zweimal täglich gespritzt wird. Im Vergleich zu Normalinsulin wird das Mischanalogon rascher ins Blut aufgenommen. Die Wirkung setzt schneller ein, und es entstehen höhere Insulinspiegel, erinnerte Liebl.

Aufgrund der Studienlage sollte der Einstieg in eine Insulintherapie zum Beispiel mit Insulin- aspart (NovoMix® 30) mit jeweils 6 I.E vor dem Frühstück und 6 I.E. vor dem Abendessen, möglichst in Kombination mit Metformin, erfolgen, empfahl Liebl. Im weiteren Verlauf der Behandlung könne die Insulindosis dann entsprechend den Blutzuckerwerten angepaßt werden.

In der kürzlich publizierten EuroMix-Studie erhielten Typ-2-Diabetiker, die bis dahin noch nicht mit Insulin behandelt waren, zufällig ausgewählt entweder zweimal täglich Insulinaspart plus Metformin oder einmal täglich Insulinglargin und Glimepirid, berichtete Liebl.

Aufgrund des kurzwirksamen Anteils im Misch-analogon sei der Blutzuckerverlauf in den postprandialen Perioden nach dem Frühstück und dem Abendessen deutlich günstiger gewesen. Das habe dann auch zu einer stärkeren Reduktion der HbA1c-Werte geführt. Die Gewichtszunahme sei in der mit dem Mischanalogon behandelten Gruppe geringer ausgefallen, was vor allem auf die Kombination mit Metformin zurückzuführen sei, begründete Liebl.

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