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Ärzte Zeitung, 05.04.2006

Schlecht eingestellte Diabetiker - auch mit gutem HbA1c

HbA1c-Wert ist wichtig, ebenso sind es auch die Nüchtern- und Zwei-Stunden-Blutzuckerwerte / Tips zum Erkennen von Fehlerquellen

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Der HbA1c-Wert ist zwar der Goldstandard für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes. Seine Aussagekraft ist aber begrenzt: Erst die Zusammenschau mit anderen Blutzuckerwerten und Störfaktoren ist aufschlußreich.

Ein guter HbA1c-Wert stellt noch lange nicht sicher, daß der Patient auch gut eingestellt ist: Der HbA1c ist nur eine Mischung aus Normo-, Hyper- und Hypoglykämie, so Professor Rüdiger Landgraf vom Universitätsklinikum München. Der Wert spiegelt vor allem die mittleren Blutglukosewerte der vergangenen 30 Tage wider. Die tatsächlichen Blutzuckerwerte lassen sich daran nur begrenzt ablesen.

Ein HbA1c von sieben Prozent kann deshalb das Ergebnis von gleichmäßig guten Glukosewerten sein, die zum Beispiel immer zwischen 130 und 170 mg/dl liegen. Er kann aber auch aus Werten entstehen, die extrem schwanken - etwa zwischen 50 und über 250 mg/dl.

Ein solcher Patient kann also relativ gute HbA1c-Werte haben, "obwohl er eine miserable Blutzucker-Einstellung hat", so Landgraf bei einer Veranstaltung von Lilly in Frankfurt am Main. Solche Schwankungen werden erst durch ein Diabetes-Tagebuch offenbar.

Wenn Glukosewerte und HbA1c nicht zusammenpassen, sollte der Grund dafür ermittelt werden. Die Ursache kann in Laboranalysen, beim Patienten oder in Komorbiditäten liegen. Mißt der Patient etwa nicht zu den vorgegebenen Zeitpunkten, dann ist das Glukoseprofil nicht aussagekräftig genug: Wer zum Beispiel nur nüchtern mißt, erwischt in der Regel nur die niedrigeren Werte.

Aber gerade bei HbA1c-Werten unter sieben Prozent korrelieren die Zweistunden-Werte nach dem Essen vierfach besser mit dem HbA1c als die Nüchternglukose. Bei hohem HbA1c dagegen spielen Nüchternwerte eine größere Rolle. Bei zu seltenen Messungen wiederum werden Entgleisungen oft nicht entdeckt.

Auch auf andere Fehlerquellen wies Landgraf hin: Meßgerät oder Teststreifen können defekt sein oder sie produzieren durch - oft gewohnheitsmäßig - falsche Bedienung fehlerhafte Werte. Auch bewußte Fehldokumentationen kommen immer noch vor. Oder der Patient benutzt aus falscher Sparsamkeit abgelaufene Streifen. Auf der anderen Seite kann eine Eisenmangelanämie den HbA1c erhöhen, Nieren- und Leberinsuffizienz können ihn senken.

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