Ärzte Zeitung, 06.06.2006

Heilungschance bei Fußulkus ist gut abschätzbar

Beantwortung von vier Fragen erlaubt rasche Beurteilung / Alternative zu komplexen Klassifikationen

BERLIN (gvg). Wie gut sind die Chancen auf rasche Heilung bei einem neuen diabetischen Fußulkus? Vier Faktoren geben zusammen eine sehr präzise Auskunft darüber.

Untersuchung einer Patientin mit Ulcus cruris. Mit der DUSS-Klassifikation läßt sich die Heilungschance gut abschätzen. Foto: Klaro

Der von Ärzten aus Tübingen entwickelten "DUSS" (Diabetic Ulcer Severity Score) ist einfach anwendbar und liefert in Sekunden eine ungefähre Einschätzung der Heilungschancen. Er wurde von den Diabetesexperten um Dr. Stephan Coerper anhand einer prospektiven Verlaufsdokumentation bei über 1000 Patienten mit diabetischem Fußsyndrom evaluiert. Alle Patienten erhielten eine standardisierte Wundbehandlung unter optimalen Bedingungen.

Insgesamt sind vier Punkte zu vergeben. Liegt im Ulkus der Knochen frei, gibt es einen Punkt. Sind beide Fußpulse nicht tastbar, gibt es einen weiteren. Liegt mehr als nur ein Ulkus vor, gibt auch das einen Punkt. Einen letzten Punkt gibt es, wenn das Ulkus nicht an den Zehen, sondern am Fuß oder an der Fußsohle liegt.

"Bei einem Ulkus-Patienten mit null Punkten heilen alle Ulzera innerhalb eines Jahres ab, die meisten schon innerhalb von zwei Monaten", so Coerper beim Chirurgenkongreß in Berlin. Bei einem Punkt laboriert nur einer von fünf Patienten nach zwölf Monaten noch an seinem Ulkus. Bei drei Punkten sind es zwei von fünf und bei vier Punkten ist es fast jeder zweite. DUSS sei eine für den Praktiker anwendbare Alternative zu komplexeren Ulkus-Scores, die viel mehr Parameter umfassen und deswegen aufwendiger zu erheben sind.

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