Ärzte Zeitung, 04.07.2006

Kombi-Therapie als Organschutz für Diabetiker

Glimepirid plus Rosiglitazon schützt Betazellen von Typ-2-Diabetikern / Kardiovaskuläre Risikomarker reduziert

MAINZ (ner). Typ-2-Diabetiker, die auf einen Sulfonylharnstoff eingestellt sind, schützen ihre pankreatischen Betazellen, wenn sie zusätzlich Rosiglitazon einnehmen. Diese Kombinationstherapie hat außerdem antientzündliche Effekte und mindert die Insulinresistenz der Gewebe, berichten Diabetologen.

In einer klinischen Studie ist nachgewiesen worden, daß mit Rosiglitazon (Avandia®) der negative Effekt eines Sulfonylharnstoffes auf die Betazell-Funktion, die Insulinresistenz und auf kardiovaskuläre Risikomarker dosisabhängig reduziert werden kann. Das berichtet Dr. Andreas Pfützner vom Institut für klinische Forschung und Entwicklung (IKFE) in Mainz in "Metabolism Clinical and Experimental" (55, 2006, 20).

    Günstiger Effekt auch auf Insulinresistenz.
   

102 Typ-2-Diabetiker haben in dieser doppelblinden Studie entweder die Kombination aus Glimepirid plus 4 mg oder 8 mg Rosiglitazon oder Glimepirid plus Placebo erhalten. Innerhalb von 16 Wochen war der Nüchtern-Blutzucker von anfangs mehr als 10 mmol/l in den beiden Therapiegruppen dosisabhängig auf 7,7 und 8,4 mmol/l gefallen. Der HbA1c sank von 8,3 Prozent auf 6,7 und 7,1 Prozent. Bei einer Monotherapie mit Glimepirid kam es nicht zu wesentlichen Veränderungen des Glukosestoffwechsels.

Wichtiger waren dem Studienteam jedoch die Auswirkungen der Kombinationstherapie auf das kardiovaskuläre Risiko der Patienten. So verschlechterten sich bei der Monotherapie mit Glimepirid die Betazell-Funktion und die Insulinresistenz, wohingegen sich diese Parameter in den Kombinationsgruppen dosisabhängig verbesserten.

Der Einfluß einer Therapie auf diese Parameter ist, wie berichtet, an Markern wie dem intakten Proinsulin und dem HOMA-Index ablesbar. Außerdem sanken die Entzündungsparameter bei der Kombinationstherapie aus Glimepirid und Rosiglitazon. Die Forscher hoffen nun, mit Rosiglitazon die kardiovaskuläre Morbidität und die Sterberate von Patienten mit Typ-2-Diabetes günstig beeinflussen zu können. Dazu sei bereits ein umfangreiches Studienprogramm angelaufen.

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