Ärzte Zeitung, 26.09.2006

Nordic Walking soll Diabetiker bewegen

Trendsport als schonende körperliche Aktivität / Unternehmen unterstützt Ausbildung von spezialisierten Trainern

KASSEL (mwo). Unter leicht geändertem Namen soll der Trendsport Nordic Walking auch die 6,5 Millionen Diabetiker in Deutschland bewegen. Im Wortspiel mit dem eigenen Namen will Novo Nordisk die Ausbildung von Trainern für "Nordisk Walking" fördern.

Letzte Tips, bevor es auf den Nordic-Walking-Parcours geht: Besucher beim Deutschen Diabetiker Tag nutzten das Angebot zum Schnupperkurs. Foto: oncue Mainz

"Ziel ist, die Patienten nicht nur zu mehr Bewegung zu motivieren, sondern auch anzuleiten", sagte Sim Baumann, die für das Programm zuständige Mitarbeiterin des Unternehmens, der "Ärzte Zeitung". Gerade Diabetiker, die beim Sport Angst vor Hypoglykämien haben, könnten durch Übungsprogramme mit spezialisierten Trainern unterstützt werden, so Baumann beim Deutschen Diabetiker Tag am Samstag in Kassel.

Passend zur weltweiten Kampagne "Changing Diabetes" solle das Bewegungsprogramm den Patienten "bewußt machen, daß sie den Verlauf ihrer Zuckerkrankheit selbst aktiv beeinflussen können". Den Aufklärungsbus auf Welttour hat das Unternehmen für die Kampagne bereitgestellt.

"Bewegung ist für Diabetiker das Thema Nummer Eins", sagt auch Schirmherr Martin Lange, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB). Schon wenn sie täglich eine Stunde spazierengehen oder eine halbe Stunde radfahren, können Typ-2-Diabetiker ihre Werte für Blutzucker, HbA1c aber auch für Blutdruck und Serumcholesterin um 35 bis 40 Prozent senken, so Lange in Kassel.

Beim intensiven Nordic Walking würden schon drei Trainingseinheiten pro Woche reichen. Es sei nur eine von vielen Möglichkeiten für schonende körperliche Aktivität, aber gerade für Diabetiker besonders geeignet, sagte Lange.

Sportlich aktive Diabetiker brauchen weniger Insulin

Nordic Walking sei einfach zu lernen, jeder könne langsam anfangen und sich dann allmählich steigern. Der Bedarf an oralen Antidiabetika und Insulin sinkt, und die Patienten fühlen sich körperlich wohler. Daran erinnerte der DDB-Vize Lange. Dutzende Besucher des Diabetiker Tages nutzten den in Kassel aufgebauten Übungsparcours gleich zu einem Schnupperkurs.

Interessierten Arztpraxen wird das Unternehmen ab Ende Oktober umfangreiches Informationsmaterial zu Nordic-Walking-Programmen für Diabetiker anbieten, wie Sim Baumann in Kassel angekündigt hat.

Die nächsten Stationen des Diabetes-Busses sind:

  • 27. September in München: Sendlinger Tor, 10 bis 16 Uhr
  • 30. September und 1. Oktoberin Köln: Rudolfplatz, 10 bis 16 Uhr.

Weitere Infos: www.diabetes.de oder www.novonordisk.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »