Ärzte Zeitung, 13.10.2006

Diabetes plus Rauchen schadet auch den Augen

HEILBRONN (hub). Der Griff zur Zigarette ist für Diabetiker bekanntlich besonders schädlich. Dabei werden nicht nur die Gefäße in Herz, Hirn und Beinen beeinträchtigt. Auch kleine Gefäße in Augen und Nieren sind betroffen. Das belegt jetzt eine deutsche Studie.

Für Rauchen als Risikofaktor für mikrovaskuläre Schäden bei Diabetes gibt es widersprüchliche Befunde. Dr. Petra Busch von den SLK Kliniken Heilbronn und ihre Kollegen haben deshalb Daten von 10 397 Typ-1-Diabetikern analysiert (Diabetologie 1, 2006, 305). Die Patienten waren 16 bis 60 Jahre alt, im Mittel 23 Jahre. Mehr als jeder Dritte war Raucher.

Die Daten belegen, daß Rauchen auch für die Augen und die Nieren von Diabetikern schlecht ist. Der Anteil von Patienten mit einer Retinopathie betrug bei den Rauchern 8,1 Prozent, bei Nichtrauchern nur 5,8 Prozent. Ein ähnliches Verhältnis gab es auch bei Patienten mit Mikroalbuminurie, bekanntlich die Vorstufe zu einer Nephropathie. Zehn Prozent der Raucher, aber nur sieben Prozent der nicht rauchenden Typ-1-Diabetiker hatten eine Mikroalbuminurie.

Übrigens lag bei nicht rauchenden Diabetikern der mittlere HbA1C bei 8,6 Prozent, bei Rauchern um mehr als einen Prozentpunkt höher (9,7 Prozent). Auch bei den Cholesterin-Werten schnitten Raucher schlechter ab: Bei 11,7 Prozent der Raucher lag das Gesamtcholesterin über 230 mg/dl. Bei Nichtrauchern hatten nur 7,8 Prozent erhöhte Werte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »