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BLICK IN DIE ZUKUNFT

Neue Wirkstoffe für Diabetiker sind in Sicht

Zwei neue antidiabetisch wirkende Substanzklassen sind GLP-1-Analoga und DPP-4-Hemmer. Die Wirkstoffe steigern auf unterschiedliche Weise die Aktivität des Darmhormons Glucagon like peptide-1 (GLP-1). Erste Medikamente dieser Substanzklassen werden 2007 in Deutschland erwartet.

Veröffentlicht:

Das zur Gruppe der sogenannten Inkretine zählende Hormon GLP-1 wird nach Aufnahme von Kohlenhydraten im Dünndarm produziert und in den Blutkreislauf abgegeben. Dies führt zur Steigerung der Insulinsekretion, zur Hemmung der Glukagonfreisetzung, zur Verzögerung der Magenentleerung sowie zur Appetithemmung im Zentralnervensystem. Allerdings hat das endogene GLP-1 nur eine sehr kurze Halbwertszeit.

GLP-1-Analoga mit längerer Halbwertszeit wurden inzwischen entwickelt (Exenatide, Liraglutid). Diese müssen ein- oder zweimal täglich subkutan injiziert werden. Ein Vorteil der GLP-1-Analoga ist, daß sie kaum Hypoglykämien verursachen. Studien belegen, daß GLP-1- Analoga auch zu einer Gewichtsabnahme führen können. Exenatide ist bereits unter dem Warenzeichen Byetta® in den USA auf dem Markt.

Exenatide wird heute gentechnisch hergestellt

Der Wirkstoff war 1992 aus dem Speichel der nordamerikanischen Krustenechse Heloderma suspectum (Gila Lizard) isoliert worden und wird heute gentechnisch hergestellt.

Bei der Therapie mit GLP-1-Analoga bleibt die orale Medikation unverändert, und die Analoga werden zusätzlich injiziert. Studien belegen, daß mit Exenatide im Vergleich zu Insulin nicht nur eine einfachere Therapie möglich ist, sondern auch die Gewichtsabnahme übergewichtigen Diabetikern zugute kommt.

Ein anderer Weg, sich die Wirkung des endogenen GLP-1 nutzbar zu machen, ist die Hemmung seines Abbaus. Das Hormon GLP-1 wird durch das Enzym Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP-4) abgebaut. Wird DPP-4 gehemmt, bleibt GLP-1 länger aktiv. Entwickelt werden die DPP-4- Hemmer Sitagliptin und Vildagliptin. Damit könnte eine für die Patienten bequeme orale Therapie ohne Gewichtszunahme und ohne Hypoglykämien möglich werden.

Studiendaten sprechen für eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit. DPP-4-Hemmer erhöhen nur dann die Inkretinspiegel und als Folge davon die Insulinsekretion, wenn die Darmhormone nach Aufnahme von Kohlenhydraten ausgeschüttet werden.

DPP-4-Hemmer eignen sich für Mono- und Kombitherapien

Sitagliptin ist in den USA bereits zugelassen worden. Der DPP-4-Hemmer mit dem Handelsnamen Januvia® ist indiziert bei Typ-2-Diabetikern sowohl zur Monotherapie als auch in Kombination mit Metformin oder mit Glitazonen, wenn durch Diät und durch eine Änderung des Lebensstils keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erzielt worden ist.

Der DPP-4-Hemmer Vildagliptin (vorgesehener Handelsname Galvus®) wurde in den USA und Europa zur Zulassung eingereicht. (Rö/eis)

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