Ärzte Zeitung, 15.12.2006

UN-Resolution zu Diabetes mellitus in greifbarer Nähe

Antrag der International Diabetes Foundation / Multimedia-Kampagne beim Welt-Diabetes-Kongreß in Kapstadt gestartet

KAPSTADT (ple). Noch Ende des Jahres erwartet die International Diabetes Federation (IDF) eine UN-Resolution zu Diabetes. "Erstmals wird damit Diabetes von den Regierungen als Pandemie anerkannt", so IDF-Präsident Professor Martin Silink beim Welt-Diabetes-Kongreß.

So hoch wird die Diabetes-Prävalenz weltweit im Jahr 2007 geschätzt
Saudi-Arabien wird 2007 mit mehr als 20 Prozent die höchste Diabetes-Prävalenz haben.

Bereits vor drei Jahren sei die Idee entstanden, eine UN-Resolution ins Leben zu rufen, so Silink per Video bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Kapstadt. Zur Resolution angeregt wurde er von der US-amerikanischen IDF-Botschafterin Clare Rosenfeld. Mit der Resolution werden die 192 UN-Mitgliedstaaten ermuntert, auf nationaler Ebene politische Voraussetzungen zu schaffen für eine verbesserte Behandlung von Diabetikern und für die Prävention der Erkrankung.

Zudem stehe bei der Annahme der Resolution der 14. November als Welt-Diabetes-Tag unter der Beobachtung der Vereinten Nationen. Silink erinnerte daran, daß jedes Jahr weltweit sieben Millionen Menschen an Diabetes erkranken. Rosenfeld: "Es wird geschätzt, daß bis 2025 die Zahl der Diabetiker von jetzt etwa 230 Millionen auf 380 Millionen steigen wird."

Die "Unite for Diabetes"-Kampagne der IDF hat in Kapstadt eine Multimedia-Aktion gestartet, mit der sie weltweit das Bewußtsein für Diabetes wecken und stärken will. Die von dem Unternehmen unterstützte Aktion besteht aus einem Webblog zum Austausch etwa von Erfahrungen mit der Krankheit (blog), einem Kunststoffring, der wie eine Frisbee-Scheibe fliegt und bei der Weitergabe an andere den Zusammenhalt im Kampf gegen Diabetes symbolisieren soll (flying circle), sowie einer Satelliten-gestützten elektronischen Schnitzeljagd (Geocaching).

Bisher verteilte Ringe haben Seriennummern, die auf einer Internetseite mit der Angabe eingetragen, in welcher Stadt jeweils der dazugehörige Ring aufgetaucht ist. Ähnlich ist es beim Geocaching, bei dem die weltweite Verbreitung von numerierten Kofferanhängern per GPS-System im Internet verfolgt werden kann.

Derzeit leben in Deutschland etwa 7,4 Millionen Diabetiker im Alter zwischen 20 und 79 Jahren, im Jahr 2025 etwa 8,1 Millionen.

Der Entwurf der UN-Resolution: www.unitefordiabetes.org/campaign/resolution.html.
Weitere Infos unter: http://www.unitefordiabetes.org, http://www.diabetescircle.org sowie http://unite.geocaching.com

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »