Ärzte Zeitung, 29.03.2007

Stars eröffnen Aktionstour "Gesünder unter 7"

Deutschlandtour der Diabetes-Aufklärungsaktion 2007 hat begonnen / Starkoch Johann Lafer und Torwart Dimo Wache waren Publikumsmagnet

KARLSRUHE (hbr). Am Freitag wurde in Karlsruhe die bundesweite Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" eröffnet. 2007 liegt der Schwerpunkt auf Ernährung und Sport bei Diabetes. Bei der Eröffnung bewies der Starkoch Johann Lafer enorme kulinarische Anziehungskraft.

Starkoch Johann Lafer und Bundesliga-Torwart und Typ-1-Diabetiker Dimo Wache waren das Highlight der Auftakt-Veranstaltung von "Gesünder unter 7" in Karlsruhe. Foto: hbr

Lafer ist Schirmherr der Aktion und steht für das Highlight der Auftakt-Veranstaltung: das Show-Kochen. "Schließlich kann man auch für Diabetiker gut kochen", sagt Lafer. Den Beweis tritt er zusammen mit Dimo Wache, Bundesliga-Torwart trotz Typ-1-Diabetes, an. Genauer gesagt: Lafer kocht, und Wache übt kochen.

Das entpuppt sich als echter Renner: Sekundenschnell sind beide von einer dichten Menschentraube umringt. Vielleicht liegt das auch an dem Versprechen, das Ergebnis anschließend zu verteilen. Wer es nicht bis nach vorne schafft, kann zumindest sein Handy zücken: "Ich bin im Einkaufszentrum - hier kocht der Lafer!" Oder, bei den Jüngeren: "Du, der Wache ist hier!" Der muskulöse Hüne sieht fast unverschämt gesund aus und liefert ein lebendes Beispiel, was bei guter Blutzuckerkontrolle alles möglich ist.

Ärzte erklären Besuchern die Bedeutung ihrer Zuckerwerte

Zusätzlich bietet der Stand von "Gesünder unter 7" Informationen über Diabetes und die Bedeutung des HbA1c. Denn darum geht es bei der Aktion von Sanofi-Aventis und Partnern wie niedergelassenen Diabetologen und der Stiftung "Der herzkranke Diabetiker". Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner. Besucher können Blutzucker, Blutdruck, Taillen-Umfang und HbA1c bestimmen lassen. Ärzte und Diabetesberaterinnen erklären die Ergebnisse und beantworten Fragen.

Aufklärung und Informationen sind notwendig. Denn jedem zweiten Diabetiker ist die Bedeutung des HbA1c für Folgeschäden unklar. "Es geht darum, diese Verbindung deutlich zu machen", betont Professor Diethelm Tschöpe aus Bad Oeynhausen. Denn je schlechter die Einstellung, um so höher ist das Risiko für Folgeschäden. So sterben drei von vier Diabetikern an kardiovaskulären Problemen.

Der HbA1c sollte deshalb mindestens unter sieben Prozent liegen. Doch bis alle wissen, dass der Wert zum Beispiel die mittlere Einstellungsqualität der letzten acht Wochen widerspiegelt, ist noch viel zu tun. Das belegen Daten von 200 langjährigen Typ-2-Diabetikern: Bei fast allen wird zwar der HbA1c alle drei Monate erhoben, aber nur jeder Dritte kennt seinen Wert. Dabei hatten 40 Prozent Werte über sieben Prozent. Und jeder Dritte glaubt, ein zweitägiger Verzicht auf Süßes könne den HbA1c-Wert senken.

"Gesünder unter 7" wird deshalb weiter durch deutsche Städte touren und aufklären. Seit 2005 haben 160 000 Menschen diese Chance genutzt. 5147 gaben 2006 einen Fragebogen ab, in dem Diabetesrisiken wie Taillenumfang und Blutdruck ermittelt wurden. Ergebnis: 57 Prozent hatten ein erhöhtes Diabetesrisiko.

Info-Kampagne tourt durch Deutschland

Bis zum September 2007 ist die bundesweite Aktion in drei weiteren Städten unterwegs, um die Bevölkerung über Diabetes aufzuklären. Die Veranstaltungen finden jeweils von Donnerstag bis Freitag von 10-20 Uhr in großen Einkaufszentren statt:

  • 10.-11. Mai 2007 in Laatzen bei Hannover, im Leine-Center
  • 12.-13. Juli 2007 in Dresden, in der Altmarkt-Galerie
  • 6.-7. September 2007 in Bayreuth, im Rotmain-Center.

Informationen zur Aktion gibt es auch im Internet unter www.gesuender-unter-7.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »