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Ärzte Zeitung, 11.04.2007

Diabetiker profitieren von Stammzell-Therapie

Erste ermutigende Ergebnisse bei Typ-1-Diabetikern / Insulintherapie kann über zwei Jahre ausgesetzt werden

SAO PAULO (ple). Manche Patienten mit Typ-1-Diabetes profitieren offenbar von einer autologen Stammzell-Transplantation. Hinweise dafür hat jetzt eine kleine Studie gebracht, in der einige Patienten nach der Behandlung sogar mehr als 20 Monate lang kein Insulin benötigten.

An der prospektiven Studie nahmen 15 Typ-1-Diabetiker teil, deren Erkrankung nicht länger als sechs Wochen vor Studienbeginn diagnostiziert worden war. Alle hatten eine Hyperglykämie sowie Antikörper gegen Glutaminsäure-Decarboxylase als Marker für Typ-1-Diabetes und brauchten Insulin.

Durch eine immunsuppressive Behandlung mit anschließender Reinfusion der eigenen Blutstammzellen gelang es, die Wiederaufnahme der Insulintherapie bei einem Patienten um 35 Monate zu verzögern, bei vier Patienten um mindestens 21 Monate und bei sieben Patienten um mindestens ein halbes Jahr. Das berichten heute Ärzte um Dr. Júlio C. Voltarelli von der Universität Sao Paulo in Brasilien (JAMA 297, 2007, 1563).

Darüber hinaus blieb bei 13 von 14 Patienten der HbA1c-Wert in der Nachbeobachtungszeit unter 7 Prozent. Zudem lag der C-Peptid-Wert bei allen Patienten über mindestens zwei Jahre deutlich höher als zu Studienbeginn, ein Zeichen für die verbesserte Betazellfunktion. Zu Beginn der Studie wurden die Patienten zunächst mit Cyclophosphamid und dem Wachstumsfaktor G-CSF behandelt, wodurch sich die Zahl der hämatopoetischen Stammzellen im Blut deutlich erhöht.

Anschließend wurden diese Zellen aus dem peripheren Blut isoliert und bis zur Reinfusion eingefroren. Schließlich erhielten die Patienten erneut Cyclophosphamid sowie Antithymozyten-Globulin (Konditionierung). Dadurch sollen die Antikörper produzierenden B-Zellen dezimiert werden. Ihre eigenen Stammzellen erhielten die Patienten intravenös einen Tag nach Ende der Konditionierung.

Nach Angaben der brasilianischen und US-amerikanischen Ärzte müssen nun diese ersten Ergebnisse in kontrollierten Studien bestätigt werden.

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