Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetiker profitieren von Stammzell-Therapie

SAO PAULO (ple). Manche Patienten mit Typ-1-Diabetes profitieren offenbar von einer autologen Stammzell-Transplantation. Hinweise dafür hat jetzt eine kleine Studie gebracht, in der einige Patienten nach der Behandlung sogar mehr als 20 Monate lang kein Insulin benötigten.

Veröffentlicht:

An der prospektiven Studie nahmen 15 Typ-1-Diabetiker teil, deren Erkrankung nicht länger als sechs Wochen vor Studienbeginn diagnostiziert worden war. Alle hatten eine Hyperglykämie sowie Antikörper gegen Glutaminsäure-Decarboxylase als Marker für Typ-1-Diabetes und brauchten Insulin.

Durch eine immunsuppressive Behandlung mit anschließender Reinfusion der eigenen Blutstammzellen gelang es, die Wiederaufnahme der Insulintherapie bei einem Patienten um 35 Monate zu verzögern, bei vier Patienten um mindestens 21 Monate und bei sieben Patienten um mindestens ein halbes Jahr. Das berichten heute Ärzte um Dr. Júlio C. Voltarelli von der Universität Sao Paulo in Brasilien (JAMA 297, 2007, 1563).

Darüber hinaus blieb bei 13 von 14 Patienten der HbA1c-Wert in der Nachbeobachtungszeit unter 7 Prozent. Zudem lag der C-Peptid-Wert bei allen Patienten über mindestens zwei Jahre deutlich höher als zu Studienbeginn, ein Zeichen für die verbesserte Betazellfunktion. Zu Beginn der Studie wurden die Patienten zunächst mit Cyclophosphamid und dem Wachstumsfaktor G-CSF behandelt, wodurch sich die Zahl der hämatopoetischen Stammzellen im Blut deutlich erhöht.

Anschließend wurden diese Zellen aus dem peripheren Blut isoliert und bis zur Reinfusion eingefroren. Schließlich erhielten die Patienten erneut Cyclophosphamid sowie Antithymozyten-Globulin (Konditionierung). Dadurch sollen die Antikörper produzierenden B-Zellen dezimiert werden. Ihre eigenen Stammzellen erhielten die Patienten intravenös einen Tag nach Ende der Konditionierung.

Nach Angaben der brasilianischen und US-amerikanischen Ärzte müssen nun diese ersten Ergebnisse in kontrollierten Studien bestätigt werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bewährtes auch für Diabetiker

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Doch kein Synergismus?

Trainingseffekte womöglich durch Metformin abgeschwächt

Innovationen der Diabetologie

Typ-1-Diabetes: Zwischen Heilung und Verhinderung

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie Teamgeist eine Mannschaft beflügelt

Lesetipps
Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht

Eine bleibende Diskussion: Betablocker nach Herzinfarkt.

© Jakub Krechowicz / Stock.adobe.com

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht