Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 20.04.2007

Diabetes - da lohnt jährlicher Check der Schilddrüse

WIESBADEN (hbr). Bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern lohnt der Blick auf die Schilddrüse. Denn bei schlechter Stoffwechsel-Einstellung leidet die Jodversorgung. Bei Typ-1-Patienten kommt es außerdem oft zu Autoimmun-Krankheiten der Schilddrüse, die zusätzlich den Blutzucker stören.

Jodmangel bei unzureichender Diabetes-Einstellung trifft Typ-1- wie Typ-2-Patienten. Denn bei schlechten Blutzuckerwerten entsteht rasch eine Glukosurie. Dabei wird gleichzeitig Jod ausgeschwemmt, so Dr. Thorsten Siegmund in Wiesbaden. Daher könnten Jodmangelkröpfe bei diesen Patienten gehäuft vorkommen, doch fehlten dazu noch Studien, so der Kollege aus München.

Vor allem bei Typ-1-Diabetikern treten oft auch Morbus Basedow, Hashimoto-Thyreoiditis und postpartale Thyreoiditis auf. So haben sie im Lauf ihres Lebens ein 15-prozentiges Risiko für eine autoimmune Schilddrüsen-Krankheit: Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis mit Unterfunktion sind bei ihnen drei- bis fünfmal häufiger als üblich.

Betroffen sind vor allem Patientinnen

Bei Typ-1-Patienten sollten deshalb jährlich Schilddrüsenfunktion und Antikörper auf Thyreoidale Peroxidase (TPO) geprüft werden. Erhöhte Titer liefern einen Hinweis auf Hashimoto. Die Autoimmun-Erkrankungen treffen vor allem Frauen. Bei ihnen ist zum Beispiel die Hashimoto-Prävalenz fünf- bis zehnfach erhöht. Allerdings kann die Schilddrüse sich während einer Schwangerschaft vorübergehend beruhigen. Bei jeder zweiten Frau stabilisieren sich dann die Autoimmun-Reaktionen, und die Antikörpertiter sinken. Allerdings rezidivieren Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis nach der Geburt meist wieder, warnte Siegmund.

Die Autoimmun-Erkrankung wird postpartal wieder aktiv

Fünf bis zehn Prozent der Schwangeren erkranken postpartal an einer Thyreoiditis. Auch das trifft Typ-1-Diabetikerinnen dreimal häufiger. Vermutlich handelt es sich um eine Hashimoto-Erstmanifestation, denn bei 90 Prozent sind TPO-Antikörper nachweisbar. Klinisch fällt vier bis zwölf Wochen nach der Geburt meist eine Hyperthyreose auf. Sie kann mehrere Monate anhalten und dann in eine Hypothyreose übergehen.

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