Ärzte Zeitung, 01.08.2007

Insulin-Analogon hilft, Gewichtszunahme zu vermeiden

Erfahrungen in der Praxis mit Insulindetemir bestätigen Vorteil / Übergewichtige Patienten nehmen nach der Einstellung auf das Insulin ab

HAMBURG (hbr). Insulindetemir erleichtert Typ-2-Patienten das Gewicht zu halten - einige nehmen sogar ab. Dabei scheint der Effekt um so stärker zu sein, je dicker die Patienten beim Start der Therapie sind.

Wenn Typ-2-Patienten mit schlechter Diabeteseinstellung mit Insulin beginnen, nehmen sie oft zunächst zu - um etwa 1,5 kg bei einer Abnahme des HbA1c um einen Prozentpunkt. Das ist zum Teil die Folge der besseren Einstellung, so Dr. Hans-Joachim Lüddecke aus München beim Diabeteskongress in Hamburg.

Wegen der niedrigen Blutzuckerwerte verliert der Patient keinen Zucker mehr über den Harn, die darin enthaltenen Kalorien bleiben dem Körper erhalten. Außerdem verliert er nicht mehr so viel Flüssigkeit und rehydriert, wie Lüddecke bei einem Symposium von Novo Nordisk sagte.

Ein Teil der Zunahme ist also natürlich und kaum vermeidbar. Der Rest kann vielleicht durch die Wahl des passenden Insulins verringert werden. Dabei können Typ-2-Patienten von dem basalen Insulindetemir (Levemir®) profitieren: In über zehn Studien fiel die Gewichtszunahme damit nur halb so hoch aus wie mit NPH-Insulin. Die Unterschiede waren signifikant, so Lüddecke.

Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Praxisalltag belegt die internationale Anwendungsbeobachtung PREDICTIVE*. Sie umfasst weltweit rund 40 000 Patienten.

So bestätigte eine Subanalyse von PREDICTIVE die erwartete HbA1c-Verbesserung - ohne begleitenden Gewichtsanstieg. Die Daten stammen von über 2000 bislang nicht mit Insulin behandelten Typ-2-Diabetikern, die ihre Tabletten mit dem Insulinanalogon ergänzt haben.

Damit sank der HbA1c-Wert in drei Monaten von 8,9 auf 7,6 Prozent, wozu vier von fünf Teilnehmern täglich nur eine Injektion brauchten. Auffällig war die Gewichtsveränderung: Die Teilnehmer nahmen im Mittel nicht zu, sondern sogar im Schnitt 0,7 kg ab.

Dabei profitierten die Patienten mit dem höchsten Körpergewicht am meisten: Denn das Gewicht sank um so stärker, je höher der Body Mass Index (BMI) zu Beginn der Umstellung war. So verloren die Patienten, die bei der Umstellung einen BMI von über 31 kg/m2 hatten drei Pfund, die mit einem BMI von 29 bis 31 kg/m2 zwei Pfund und die Patienten mit einem BMI von 27 bis 29 kg/m2 ein Pfund. Bei Normalgewichtigen (BMI unter 27 kg/m2) änderte sich praktisch nichts.

*PREDICTIVE: Predictable Results and Experience in Diabetes through Intensification and Control to Target: an International Variability Evaluation

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