Ärzte Zeitung, 18.06.2007

Diabetes verkürzt das Leben um acht Jahre

Vor allem die hohe Inzidenz von tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen senkt die Lebenserwartung

ROTTERDAM (mut). Im Schnitt 7,5 Jahre weniger Lebenszeit bei Männern und 8,2 Jahre weniger bei Frauen - diesen Tribut fordert ein Typ-2-Diabetes. Ursache sind nach Daten einer Langzeitstudie vor allem vorzeitiger Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ein Diabetes erhöht das kardiovaskuläre Risiko - das ist gut bekannt. Wie drastisch sich dieses Risiko auf die Lebenszeit auswirkt, lässt sich jetzt genau beziffern. Grundlage dafür sind Daten der Framingham Heart Study, bei der 5200 Personen bis zu 46 Jahre lang beobachtet wurden. Und das waren die Gründe für die verkürzte Lebenszeit:

  • Diabetiker entwickeln häufiger eine kardiovaskuläre Erkrankung (CVD). Diese trat bei ihnen im Verlauf der Studie etwa 2,5-mal häufiger auf als bei Nicht-Diabetikern.
  • Haben Diabetiker erst einmal eine CVD, sterben sie eher daran als Patienten ohne Diabetes. Die Sterberate bei solchen Diabetikern war um mehr als das Doppelte (120 Prozent) bei Frauen und um 70 Prozent bei Männern erhöht.
  • Diabetiker haben auch eine erhöhte Sterberate bei nicht kardiovaskulären Ursachen. Sie war bei Männern mit Diabetes um 27 Prozent und bei Frauen mit Diabetes um 30 Prozent erhöht.

Diese Daten zeigen, so die Studien-Autoren aus Rotterdam, wie wichtig es ist, Diabetes zu verhindern und Diabetiker konsequent zu behandeln (Arch Intern Med 167, 2007, 1145).

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