Direkt zum Inhaltsbereich

Mit Urokinase niedrige Amputations-Rate bei Diabetikern

HAMBURG (djb). Vier bis sieben Prozent der Typ-2-Diabetiker bekommen ein diabetisches Fußsyndrom, das bei jedem zweiten angiopathisch oder angioneuropathisch bedingt ist. Die Folge sind 25 000 Major-Amputationen pro Jahr.

Veröffentlicht:

Eine letzte Chance, auch noch in späten Stadien der Gefäßerkrankung und des Fußbefundes eine Amputation zu vermeiden, ist ein Therapieversuch mit niedrig dosierter Urokinase.

Die Prognose nach Amputationen ist für Diabetiker schlecht, insbesondere nach hohen (Major-) Amputationen am Ober- oder Unterschenkel, so Privatdozent Matthias Weck aus Kreischa. Besser vertragen werden so genannte Minor-Amputationen von Fuß oder Zehen. Drei Jahre nach einer Major-Amputation leben noch weniger als 50 Prozent der Patienten. Bei der Hälfte der Patienten mit Major-Amputation wird in den nächsten fünf Jahren eine zweite Major-Amputation erforderlich.

Oberstes Ziel der Therapie bei diabetischem Fußsyndrom müsse daher sein, Amputationen oberhalb des Sprunggelenks zu vermeiden, so Weck bei einem vom Unternehmen medac initiierten Symposium. Auch im Endstadium der Erkrankung, wenn eine interventionelle oder operative Revaskularisierung nicht mehr möglich ist, könnten jedoch mit niedrig dosierter Urokinase noch Erfolge erzielt werden, so Weck.

In einer Phase-II-Studie bei 75 Patienten mit diabetischen Füßen, kritischer Extremitätenischämie und erhöhten Fibrinogenwerten konnte mit 500 000 oder 1 Million IE Urokinase pro Tag das Risiko für eine Major-Amputation erheblich reduziert werden. Nach im Schnitt 18 Infusionen mit Urokinase (Urokinase HS medac) betrug die kumulative Zwölf-Monatsinzidenz komplett abgeheilter Fußläsionen 82 Prozent, so Weck. Nur bei 19 Prozent der Patienten war eine Major-Amputation nötig.

Die kontrollierte Defibrogenierung mit Urokinase verbessere die Fließeigenschaften des Blutes und die eingeschränkte Mikrozirkulation, berichtete Weck.



STICHWORT

Beinamputationen

Bei 80 Prozent der Patienten mit einer Beinamputation sind arterielle Durchblutungsstörungen die Ursache, bedingt vor allem durch Diabetes, Rauchen und kardiovaskuläre Erkrankungen. 20 Prozent verlieren durch Unfälle, Tumoren oder Fehlbildungen ein Bein. Pro Jahr werden in Deutschland bei 28 000 Menschen Beine amputiert. Drei Viertel davon sind bei der Amputation über 60 Jahre alt. (mut)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Kasuistik

Lebensgefahr! Tattoo mit schockierenden Folgen

Lesetipps
Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests

Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht