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Ärzte Zeitung, 12.09.2007

Pankreas-Transplantation etabliert sich bei Niereninsuffizienz

Fünf Jahre nach der Op leben noch 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker / Nach Inselzell-Transplantation sind Patienten bald wieder insulinpflichtig

HAMBURG (ugr). Die Rate diabetischer Nephropathien geht aufgrund verbesserter Therapien stark zurück. Innerhalb von 20 Jahren nach der Diagnosestellung bekommen derzeit 14 Prozent aller Diabetiker eine terminale Niereninsuffizienz. 20 Jahre zuvor waren es noch 32 Prozent.

Zunehmend häufig wird als Therapie für Typ 1-Diabetiker mit Niereninsuffizienz eine Pankreas-Transplantation, eine simultane kombinierte Pankreas-Nierentransplantation oder eine Pankreas-Transplantation nach einer Nierenverpflanzung gemacht. Darauf hat Dr. Robert A. Ritzel von der Universitätsklinik Heidelberg beim Diabetes-Kongress in Hamburg hingewiesen.

"Besonders für die alleinige Pankreastransplantation bei schwer einstellbarem Typ-1-Diabetes gibt es nun ausreichend Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit. So sind die Fünf-Jahres-Überlebensraten auf bis zu 90 Prozent gesteigert worden", berichtete Ritzel. Einer Studie zufolge sank sich der HbA1c-Wert von 8,7 Prozent vor der Operation auf 5,3 und 5,5 Prozent fünf und zehn Jahre nach der Operation.

Nach einem solch langen Intervall der Normoglykämie können nach Angaben Ritzels auch strukturelle Schäden im Frühstadium einer diabetischen Nephropathie reversibel sein. Besonders normalisiere sich der Blutdruck. Allerdings könne die nötige immunsuppressive Therapie zu einer weiteren Reduktion der Nierenfunktion beitragen.

Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz sei oft eine simultane Pankres-Nierentransplantation notwendig. Kontraindikationen sind wie bei einer Nierentransplantation bösartige Erkrankungen ohne kurative Therapie, klinisch manifeste Infektionserkrankungen, HIV-Infektionen oder schwerwiegende zusätzliche Erkrankungen (zum Beispiel KHK, Lungen- oder Lebererkrankungen), die entweder ein vitales Risiko bei der Transplantation bedeuten oder den längerfristigen Transplantationserfolg in Frage stellen. Der Mangel an Spenderorganen schränke diese therapeutische Option weiter ein, so Ritzel.

Als weitere Möglichkeit biete sich die Transplantation von Inselzellen an. "Der Vorteil einer solchen Therapie besteht darin, dass die Transplantation der Langerhans´schen Inseln in die portale Zirkulation der Leber keine große Operation erfordert. Zudem wird der Glukosestoffwechsel stabilisiert, und die Häufigkeit von akuten Hypoglykämien oder Ketoazidosen reduziert sich."

40 bis 60 Prozent der Patienten werden zumindest vorübergehend unabhängig von regelmäßigen Insulininjektionen. Ein Nachteil ist auch hier die lebenslange Immunsuppression sowie der Verlust der Leistungsfähigkeit der transplantierten Zellen - bereits nach zwei bis drei Jahren muss wieder Insulin gespritzt werden. Derzeit wird untersucht, ob Inkretin-Mimetika die Ergebnisse der Inseltransplantation weiter verbessern können.

STICHWORT

Pankreas-Transplantation

Bei Typ-1-Diabetikern mit Niereninsuffizienz wird zunehmend zur Nierentransplantation auch eine Pankreastransplantation erwogen. Weltweit wurde die Pankreastransplantation bislang bei etwa 10 000 Patienten angewandt. Bei einer kombinierten Op wird zunächst die Niere in die linke Fossa iliaca verpflanzt. Das neue Pankreas wird dann oft mit der ersten Jejunalschlinge anastomosiert. (eb)

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