Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung, 13.06.2008

Zwei orale Antidiabetika ergänzen sich

Metformin und Sitagliptin steigern den Spiegel des Glucagon-like Peptide 1 auf unterschiedliche Weise

AMSTERDAM (hbr). Die oralen Antidiabetika Metformin und Sitagliptin wirken offenbar komplementär: Beide steigern den Spiegel des aktiven GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1) auf unterschiedliche Weise. Das kann die Glukosekontrolle der Patienten verbessern.

In der Kombination ist die Wirkung sogar noch größer als die der beiden einzelnen Substanzen, so Professor Michael Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterberg. Das belegen die Daten einer bei einem Diabeteskongress in Amsterdam präsentierten Studie. Sie verglich die Effekte beider Substanzen auf das gastrointestinale Hormon GLP-1. GLP-1 wird bei Nahrungsaufnahme freigesetzt und stimuliert glukoseabhängig die Insulinsekretion. Bei Gesunden ist es für etwa 60 Prozent der Insulinantwort ursächlich. Außerdem bremst es den Blutzuckeranstieg, indem es die Freisetzung von Glukagon hemmt.

Bei Typ-2-Diabetikern ist der GLP-1-Spiegel verringert. Von Sitagliptin war bereits bekannt, dass es den Spiegel an aktivem GLP-1 erhöht, von Metformin nicht. In der Untersuchung erhielten 18 gesunde Probanden täglich 100 mg Sitagliptin (Januvia®), 1000 mg Metformin, 100 mg des Gliptins plus 1000 mg Metformin oder ein Placebo. Jedes Therapieschema wurde zwei Tage lang durchgehalten. Jeweils am zweiten Tag aßen die Probanden zwei Stunden nach der Medikamenteneinnahme eine Standardmahlzeit. Das aktive und das Gesamt-GLP-1 vor und nach dem Essen wurden gemessen.

Im Vergleich zur Placebobehandlung stieg die aktive GLP-1-Konzentration nach der Mahlzeit in allen Verumgruppen signifikant: mit Sitagliptin auf das Zweifache, mit Metformin auf das 1,8-fache und mit der Kombination auf das 4,1-fache, so Nauck bei einer Veranstaltung von MSD. Der Hauptanstieg erfolgte jeweils in der ersten Stunde. Der Gesamt-Wert, der aktives und inaktives GLP-1 beinhaltet, nahm nur mit Metformin zu.

Demnach können sich beide Wirkstoffe gegenseitig ergänzen. Denn die gleichzeitige Erhöhung der aktiven und der Gesamtkonzentration unter Metformin ist durch Förderung der GLP-1-Freisetzung erklärbar. Sitagliptin hält das aktive GLP-1 länger aktiv, indem es seinen Abbau hemmt und erhöht so dessen Konzentration.

Wirksamkeit wird bei der Kombination verdoppelt.

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