Ärzte Zeitung, 16.01.2008

BUCHTIPP DES TAGES

Potenzial von Insulinpumpen

Bei schwer einstellbaren Diabetikern kann eine Insulinpumpe die Stoffwechsel-Einstellung deutlich erleichtern. Vor allem Kinder und Erwachsene mit Typ-1-Diabetes sind zum Erreichen guter HbA1c-Werte oft darauf angewiesen. Auch Typ-2-Patienten werden zunehmend damit behandelt. In ihrem Buch beschreiben Professor Oliver Schnell und seine Kollegen das Potenzial moderner Insulinpumpen. Außerdem werden die Möglichkeiten der Glukosesensoren erläutert, die den Blutzucker rund um die Uhr messen.

Die Pumpe zum Beispiel eignet sich nicht für alle Patienten: Die richtige Indikation ist für den Therapieerfolg wichtig. Klassischer Grund ist deshalb eine nicht ausreichende Einstellung bei motivierten Patienten trotz intensivierter Insulintherapie. Auch morgendliche Blutzuckeranstiege, die ein spät abends injiziertes Verzögerungsinsulin nicht ordentlich begrenzen kann, sind eine Indikation für die Pumpe. Denn die basale Insulinrate kann dem nahrungsunabhängigen Grundbedarf an Insulin bis zu halbstündlich exakt angepasst werden - er variiert je nach Tageszeit erheblich.

Einige Pumpen bieten zudem für die postprandiale Steuerung mehrere Optionen für die Abgabe des Mahlzeiteninsulins: schnell, langsam oder kombiniert, je nach Tempo der Kohlenhydratwirkung im Blut. Davon profitieren auch sehr insulinempfindliche Diabetiker und solche mit häufigen Hypoglykämien, die besonders gefährdet leben. Immer ist eine gezielte Schulung erforderlich. Ausführlich erläutert wird auch, welche Eigenschaften das gewählte Pumpenmodell aufweisen sollte. So können Kleinkinder, bei denen nur die Eltern die Pumpe bedienen sollen, Insulinpumpen mit Tastensperre erhalten. (hbr)

Oliver Schnell (Hrsg.): Insulinpumpen und Sensoren: aktuelle Entwicklungen, Uni-Med Science, Bremen 2007, 108 Seiten, 44,80 Euro, ISBN 978-3-89599-953-6.

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