Ärzte Zeitung, 04.02.2008

Bessere Blutzuckerwerte mit Kombination

Studie mit Sitagliptin

WÖRNBRUNN (sto). Für übergewichtige Typ-2-Diabetiker reicht oft ein orales Antidiabetikum nicht aus, um die Blutzucker-Zielwerte zu erreichen. In der Regel ist dann eine Kombination von Metformin mit einem zweiten oralen Antidiabetikum indiziert. Ein neuer Kombinationspartner dafür ist der Inkretinverstärker Sitagliptin.

Vorteil der Kombination von Metformin und Sitagliptin (Januvia®) sei, dass die Dosis des Inkretinverstärkers nicht titriert werden müsse, sagte Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Städtischen Klinikum München-Bogenhausen. Das vereinfache den Behandlungsbeginn ganz erheblich, sagte die Endokrinologin bei den Grünwalder Gesprächen.

Täglich wird eine Sitagliptin-Tablette unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Die einfache Anwendung werde durch das Wirkprinzip möglich, so Schumm-Draeger. Der DDP-4*-Hemmer Sitagliptin blockiert im Darm den Abbau des Inkretin-Hormons GLP-1**. Das Hormon fördert glukoseabhängig die Insulinausschüttung. Die Insulinsekretion wird dabei bedarfsorientiert stimuliert: Sie ist bei hohen Glukosewerten stark und lässt nach, wenn die Werte sinken. Daher führe Sitagliptin nicht zu Hypoglykämien, so Schumm-Draeger bei der von MSD unterstützten Veranstaltung.

In Studien mit Patienten, die noch nicht mit oralen Antidiabetika behandelt waren, senkte die Kombitherapie mit Metformin plus Sitagliptin sehr ausgeprägt den HbA1c-Wert. Sitagliptin ist für eine solche initiale Kombitherapie in Deutschland nicht zugelassen, wie Schumm-Draeger sagte. Die Studien-Ergebnisse sprächen jedoch auch für eine möglichst frühe Anwendung von Sitagliptin in Kombination mit Metformin.

*DDP-4 steht für Dipeptidyl-Peptidase-4, **GLP-1 steht für Glucagon-like Peptide 1

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