Ärzte Zeitung, 31.03.2008

Glitazontherapie bremst auch die Atherosklerose

Studie mit Pioglitazon beim US-Herzkongress ACC vorgestellt / Vergleich mit Sulfonylharnstoff-Therapie

CHICAGO (ob). Eine blutzuckersenkende Therapie mit Pioglitazon beeinflusst die Entwicklung der koronaren Atherosklerose bei Typ-2-Diabetikern wesentlich günstiger als die Therapie mit einem Sulfonylharnstoff. Das belegen Ergebnisse einer beim ACC-Kongress vorgestellten neuen Studie.

In der PERISCOPE*-Studie wurde die Progression der koronaren Gefäßatherosklerose im Verlauf einer 1,5-jährigen Behandlung mit Pioglitazon deutlich verlangsamt. In Relation zu den Ausgangswerten stellten die Untersucher in dieser Gruppe sogar im Schnitt eine leichte Abnahme des prozentualen Plaquevolumens um 0,16 Prozent fest.

Plaquevolumen wurde mit Glitazon leicht reduziert.

In der Vergleichsgruppe, die in dieser Zeit den Sulfonylharnstoff Glimepirid erhalten hatte, war statt einer Regression eine signifikante Zunahme des prozentualen Plaquevolumens um 0,73 Prozent zu verzeichnen. Der Unterschied zugunsten von Pioglitazon (Actos®) war signifikant, berichtete Studienleiter Professor Steven Nissen aus Cleveland. Nach seiner Ansicht ist PERISCOPE die erste Studie, die einen verzögernden Effekt eines Blutzuckersenkers auf die Atherosklerose dokumentiert.

In der Studie erhielten 543 Typ-2-Diabetiker mit KHK 18 Monate lang Pioglitazon (15 bis 45 mg/ Tag) oder Glimepirid (1 bis 4 mg/ Tag). Der HbA1c-Ausgangswert war mit 7,4 Prozent in beiden Gruppen gleich. Er wurde durch Pioglitazon absolut um 0,55 Prozentpunkte und durch Glimepirid um 0,36 Prozentpunkte gesenkt. Das HDL-Cholesterin nahm in der Pioglitazon-Gruppe um 16 und in der Glimepirid-Gruppe um 4,1 Prozent zu. Bei den Triglyzeriden kam es zu einem Abfall um 15,3 Prozent (Pioglitazon) und zu einem leichten Anstieg um 0,6 Prozent (Glimepirid).

Primärer Studienendpunkt war das prozentuale Plaquevolumen in definierten koronaren Gefäßabschnitten. Messverfahren war der intravasale Ultraschall (IVUS), mit dem sich die Plaquemorphologie in der Gefäßwand gut erfassen lässt.

PERISCOPE* steht für: Pioglitazone Effect on Regression of Intravascular Sonographic

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