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Diabetiker, die messen, haben weniger Komplikationen

Typ-2-Diabetiker, die regelmäßig selbst ihren Blutzucker kontrollieren, erleiden weniger oft Diabeteskomplikationen, als jene Patienten, die das nicht tun. Und sie leben länger. Das sind die Hauptergebnisse der deutschen ROSSO-Studie*.

Veröffentlicht:

Die Untersuchung ist eine retrospektive epidemiologische Kohortenstudie mit mehr als 3200 Typ-2-Diabetikern aus 192 zufällig ausgewählten hausärztlichen und internistischen Praxen (Diabetologia 49, 2006, 271).

In der Gruppe ohne Selbstmessung der Blutglukose (SMBG) kamen bei 10,4 Prozent der Patienten nicht tödliche Ereignisse wie Myokardinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Hämodialyse oder Amputation vor, mit SMBG bei 7,2 Prozent - ein signifikanter Unterschied. Die Raten tödlicher Ereignisse lagen bei 4,6 und 2,7 Prozent zugunsten der SMBG-Gruppe.

Das bedeutet, das Risiko für nicht tödliche Ereignisse lag innerhalb der Beobachtungsdauer von 6,5 Jahren um ein Drittel niedriger, das Risiko für tödliche Ereignisse um die Hälfte. Die Resultate korrelierten mit sinkenden Blutzuckerwerten bei Patienten mit Selbstmessung. Insgesamt hatten knapp die Hälfte der Patienten für ein Jahr konsequent selbst gemessen. Nach Angaben von Professor Stephan Martin aus Düsseldorf waren die Ergebnisse auch in mehreren Subgruppen sehr stabil. Auch wenn Patienten ohne Insulintherapie separat analysiert wurden, blieb das Ergebnis sowohl für tödliche wie auch für nicht tödliche Ereignisse signifikant verschieden.

Martin betont, dass die SMBG nur effektiv ist, wenn Konsequenzen aus den Messwerten gezogen werden. Die Patienten brauchen daher eine Anleitung, wie sie mit den Daten umgehen sollen und wie Ernährungsmodifikationen und verstärkte körperliche Aktivitäten umgesetzt werden können. Dann ist es möglich, dass sich die Blutzuckerwerte normalisieren. So habe die Malmö Preventive Study ergeben, dass nach sechs Jahren noch die Hälfte der ursprünglichen Typ-2-Diabetiker nach Umstellung des Lebensstils in kompletter Remission waren.

Seit Februar läuft in Deutschland die prospektive ROSSO-Praxisstudie, um die Ergebnisse der ROSSO-Studie auf den Alltag zu übertragen. Geprüft wird, ob regelmäßiges Messen einen positiven Einfluss auf den Lebensstil hat und ob die Teilnehmer an Lebensqualität gewinnen. (ner)

*ROSSO - Retroelective Study Self Monitoring of Blood Glucose and Outcome of People with Typ 2 Diabetes

Lesen Sie mehr im Special: Blutzucker-Selbstmessung

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