Ärzte Zeitung, 07.05.2008

Diabetes und Herz - bei der Aufklärung ein Schwerpunkt

Infos zu kardiovaskulären Risikofaktoren bei der Diabetesaktion in Wolfsburg

WOLFSBURG (grue). Typ-2-Diabetiker haben ein besonders stark erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Dieser Zusammenhang ist in diesem Jahr ein Schwerpunktthema bei der bundesweiten Aktion "Gesünder unter 7". Zwei Drittel aller Diabetiker sterben nämlich an Herzkrankheiten, wie Professor Alfred Wirth bei der Aktion in Wolfsburg erinnert hat.

Wie hoch ist denn nun mein Risiko für Diabetes und Komplikationen? Dieser Frage gehen Berater ausführlich auf dem Stand der Diabetesaktion nach.

Foto: Claus Schunk

Was erwartet die Passanten auf dem Stand der Aktion? Sie können ihr persönliches Diabetes-Risiko abschätzen lassen, und zwar mit Hilfe eines Fragebogens und mit Messungen von Blutzucker, Blutdruck und Bauchumfang. Außerdem werden Besucher ermutigt, erste Erfolge im Kampf gegen das diabetesfördernde Übergewicht zu demonstrieren. Sie werden gebeten, Hosen auf dem Stand aufhängen zu lassen, deren Bundweite das Normmaß überschreitet. Im Gegenzug können sie dafür Gemüsegutscheine gewinnen.

Thematisiert werden die 4 B's des metabolischen Syndroms

"Im Rahmen der Aktion Hosenbund wollen wir über kardiometabolische Risiken aufklären", sagte Wirth bei der Stand-Eröffnung. Thematisiert werden dabei die vier "B's": großer Bauchumfang, erhöhter Blutzucker, veränderte Blutfettwerte und Bluthochdruck. Diese Risikofaktoren lassen das Erkrankungs-Risiko in die Höhe schnellen, betonte der Ärztliche Direktor der Klinik Teutoburger Wald in Bad Rothenfelde. Kritisch ist ein Bauchumfang über 102 cm bei Männern und über 88 cm bei Frauen.

"Entwickelt sich aus der ungünstigen Risikokonstellation ein Diabetes, ist auch das kardiovaskuläre Risiko enorm hoch", sagte Wirth. So betrage die kardiovaskuläre Mortalität in der Normalbevölkerung 45 Prozent, bei den Typ-2-Diabetikern jedoch 65 Prozent. Wer gegen diese Gefährdung etwas unternehmen will, muss Gewicht reduzieren, den Körper auf Trab halten und gesundes Essen auf den Tisch bringen.

Bei Diabetikern ist der Zuckerstoffwechsel erst bei HbA1c-Werten unter sieben Prozent im grünen Bereich. Darüber die Bevölkerung aufzuklären, ist das eigentliche Ziel der Aktion. Um diesen Wert zu erreichen, brauchen viele Patienten orale Antidiabetika und nicht selten auch Insulin.

Patienten könne man oft schnell die Angst vor Insulin-Injektionen nehmen, sagte Dr. Eberhard Politz aus Wolfsburg. Denn nach ausführlicher Einweisung in die Spritztechnik und durch Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten gelinge es rasch, die Insulintherapie in den Alltag zu integrieren.

Aktion läuft bis zum Oktober

Die Diabetes-Aktion "Gesünder unter 7" ist noch bis Ende Oktober mit einem Infostand auf Deutschland-Tournee. Die Initiative von Sanofi-Aventis wird von Unternehmen, Fachverbänden und Diabetes-Initiativen unterstützt. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner. Die nächsten Termine: 29./30.5. in Essen (Allee-Center), 26./27.6. in München (Olympia-Einkaufszentrum), 18./19.9. in Dresden (Altmarkt Galerie) und 23./24.10. in Berlin (Potsdamer Platz Arkaden).

Weitere Informationen unter www.gesuender-unter-7.de

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