Direkt zum Inhaltsbereich

Blutzuckerspitzen stressen die Gefäße

MÜNCHEN (sir). Der HbA1c-Wert ist nicht alles: Direkten Einfluss auf kardiovaskuläre Funktionen bei Menschen mit Diabetes haben auch starke Schwankungen der Blutglukosewerte. Erfassen kann man sie mit der Mean Amplitude of Glycemic Excursions (MAGE).

Veröffentlicht:

"Die Hyperglykämie, besonders die postprandiale, sowie die Fluktuation der Glukosewerte verschlechtern die Funktion der Endothelzellen bei Patienten mit Diabetes." Dies betont Professor Markolf Hanefeld vom Zentrum für Klinische Studien der TU Dresden. So hatte eine Studie während Phasen postprandialer Hyperglykämie eine paradoxe Verringerung des myokardialen Blutflusses und Blutvolumens gezeigt (Circulation 112, 2005, 179).

"In den aktualisierten Leitlinien der International Diabetes Federation wurde die postprandiale Hyperglykämie als schädlich und behandlungsbedürftig klassifiziert", so Hanefeld auf einem vom Unternehmen Hoffmann-La  Roche unterstützten Symposium. Die Zwei-Stunden-Blutzucker-Werte sollten demnach unter 140 mg/dl liegen. Um postprandiale Blutzuckerspitzen überhaupt zu ermitteln, sei eine regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle unabdingbar, so Hanefeld: "Diabetespatienten ohne Insulintherapie sollten wenigstens einmal wöchentlich vier Messungen machen: morgens und dann zwei Stunden nach jeder Hauptmahlzeit."

"Eine große glykämische Variabilität verstärkt offenbar den oxidativen Stress", sagte Professor Oliver Schnell vom Institut für Diabetesforschung in München. Er bezog sich dabei auf eine weitere Studie (JAMA 295, 2006, 1681). Abbilden lasse sich die glykämische Variabilität am besten mit der Mean Amplitude of Glycemic Excursions, kurz: MAGE. Dieser Wert muss aus mehreren prä- und postprandialen Messwerten errechnet werden. Das lohne sich aber, so Schnell: MAGE habe zum Beispiel zum Parameter "oxidativer Stress" eine deutlich höhere lineare Korrelation als der HbA1c-Wert und postprandiale Glukose. "Bei der Beurteilung der Stoffwechsellage könnte die glykämische Variabilität künftig wieder eine größere Rolle spielen" so Schnell.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diabetes mellitus

Zusatznutzten für Teplizumab nicht quantifizierbar

Diabetische Retinopathie

Auch seltene, milde Hypoglykämien gefährden die Netzhaut

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urlaubsmitbringsel

Reisedermatosen: Wie vorgehen bei den drei häufigsten Tropenparasiten?

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ein Wegweiser zum nächsten WC plus ein Symbol für eine rennende Person.

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö