Ärzte Zeitung, 25.02.2009

Bei Blutdruck und LDL brauchen Diabetiker Ehrgeiz

Ärzte leisten gute Arbeit / Beim HbA1c wird der Zielwert fast erreicht

FREITAL (Rö). Bei der antihyperglykämischen Behandlung von Typ-2-Diabetikern brauchen sich Ärzte und Patienten in Deutschland nicht zu verstecken. Beim HbA1c-Wert erreichen sie im Schnitt durchaus akzeptable Werte von 7,0 Prozent. Mehr Nachholbedarf gibt es noch bei der blutdrucksenkenden Therapie und bei der Lipidtherapie.

Ergebnisse der Therapie von fast 3000 Typ-2-Diabetikern 2004 bis 2007

Das belegen die aktuellen Ergebnisse der "Diabetes in Germany"-Studie, einer großen prospektiven Vier-Jahresstudie zur Therapiequalität, die Dr. Petra Ott von den Weißeritztal-Kliniken in Freital mit Kollegen von der Uni Dresden veröffentlicht hat (DMW 2009, 134:291). Die Wissenschaftler haben die Daten von fast 3000 Patienten zu Studienbeginn und nach vier Jahren ausgewertet.

Der mittlere HbA1c-Wert betrug 7,0 und war nach vier Jahren praktisch unverändert. Damit erreichten immerhin 37 Prozent den strengen Zielwert von 6,5 Prozent.

Nachholbedarf gibt es beim Blutdruck mit einem Mittelwert von 137 zu 80 mmHg. Hier werden systolisch 130 mmHg gefordert. So liegen nur 26 Prozent im Zielbereich. Bei der Art der Therapie fällt auf, dass mit 46 Prozent Betablocker fast so häufig verwendet werden wie ACE-Hemmer. Noch nicht ganz akzeptiert zu sein scheinen die Zielwerte beim LDL. Denn ein mittlerer Wert von 2,9 mmol/l ist deutlich höher als die in den Leitlinien geforderten 2,6 mmol/l.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Diabetes-Therapie auf gutem Wege

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »