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Mit Insulin zufriedener als mit Tabletten

Eine neue Studie stellt das Dogma infrage, Typ-2-Diabetiker seien mit einer Tablettentherapie zufriedener als mit Insulin.

Von Helga Brettschneider Veröffentlicht:
Insulin-Injektionen sind für viele Patienten nicht abschreckend, wenn sie gut eingewiesen werden.

Insulin-Injektionen sind für viele Patienten nicht abschreckend, wenn sie gut eingewiesen werden.

© Foto: Okapia

LEIPZIG. Viele Typ-2-Patienten werden erst nach langer Verzögerung auf Insulin eingestellt. Ein Grund dafür sind Zweifel daran, ob sie eine Insulintherapie akzeptieren: Sie würden eine Tablettentherapie vorziehen, heißt es regelmäßig. Das stimmt möglicherweise nicht.

Darauf weisen Daten von Patienten einer Diabetes-Schwerpunktambulanz hin, die Professor Michael Roden vom Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf vorgestellt hat. An der Studie nahmen 257 Typ-2-Patienten teil, 122 davon wurden mit Insulin und 135 mit Tabletten behandelt. Von den Teilnehmern lagen die Ergebnisse von mindestens zwei Kontrollterminen aus sechs Monaten vor. Das mittlere Alter von 64 bis 65 Jahren entspricht dem typischen Durchschnitt bei Typ-2-Diabetikern. Patienten mit Insulintherapie waren im Mittel seit 17 Jahren zuckerkrank und hatten einen HbA1c-Wert von 7,8 Prozent. Bei den Patienten mit oraler Therapie waren es elf Jahre und ein HbA1c-Wert von 7,3 Prozent, wie Roden bei der Diabetestagung in Leipzig berichtet hat.

Eine gute Schulung stärkt offenbar die Therapiezufriedenheit.

Das Ergebnis überraschte: Die Therapiezufriedenheit der Patienten mit Insulintherapie war nach ihren Angaben hoch signifikant größer. Und das, obwohl wegen der viel längeren Diabetesdauer in dieser Therapiegruppe mehr Patienten unter Diabeteskomplikationen litten (27 versus 23 Prozent). Die Compliance in beiden Gruppen war ähnlich.

Der Grund für die größere Zufriedenheit kann die bessere Ausbildung der Patienten mit Insulintherapie sein. Denn die Teilnehmer dieser Gruppe hatten signifikant mehr Diabetesschulungen absolviert (2,6 versus 1,6), wie Roden bei einem Symposium von B. Braun berichtete.

Das Unternehmen bietet humanes Bolus-, Basal- und Mischinsulin an. Die zur Injektion nötigen Penkanülen werden demnächst im Omnican® fine Set mit einem Behälter zur Entsorgung der Kanülen kombiniert, um die beim Umgang mit Injektionen immer vorhandene Gefahr von Stichverletzungen für die Patienten und ihre Familien zu verringern.

In der Studie wurde zudem nach Prädiktoren für die HbA1c-Einstellung gesucht. Es zeigte sich, dass der Erfolg von Männern und Frauen sich je nach Art der Schulung unterscheidet. So profitieren Frauen offenbar eher von Einzelschulungen, während Männern das Lernen in Kleingruppen leichter zu fallen scheint. Eine weitere vor kurzem publizierte Untersuchung weist in die gleiche Richtung. Das spräche dafür, Frauen und Männer unterschiedlich zu schulen.

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