Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 15.03.2010

Die Grenzen bei Diabetikern

Kommentar

Die Grenzen bei Diabetikern

Von Peter Overbeck

Gerade bei Diabetikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko müssen präventive Optionen konsequent genutzt werden. Nachdem jetzt die Ergebnisse aller drei Arme der ACCORD-Studie vorliegen, steht fest: Alle drei zeigen Grenzen der medikamentösen Prävention bei Typ-2-Diabetikern auf. Schon vor zwei Jahren sorgten erste Daten, die intensive Blutzuckersenkung in Zusammenhang mit einer erhöhten Sterberate setzten, für einen Paukenschlag. Nach den neuen Ergebnissen brachte weder die Intensivierung der Lipidtherapie mit einem Fibrat noch die striktere Blutdrucksenkung eine weitere Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse.

Daraus den Schluss zu ziehen, in der Bekämpfung von Risikofaktoren bei Diabetikern einen Gang zurückschalten zu können, wäre aber grundverkehrt. Denn richtig ist die Folgerung aus ACCORD, dass die Ergebnisse eine generelle Übernahme der geprüften intensiven Therapien in die tägliche Routine nicht rechtfertigen. Das schließt aber ihren Nutzen bei bestimmten Diabetikern nicht aus. Die Frage etwa, ob Fibrate bei hohen Triglyzeriden und sehr niedrigem HDL nicht doch nützen, ist auch nach ACCORD ungeklärt.

Schon die ACCORD-Daten von vor zwei Jahren haben mit dazu beigetragen, dass der Ruf, die Therapie von Diabetikern stärker an individuellen Kriterien auszurichten, laut geworden ist. Die neuen Daten dürften diese Forderung wohl noch lauter werden lassen.

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Hoffnung auf besseren Herzinfarkt-Schutz für Diabetiker erhält einen Dämpfer

 


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[16.03.2010, 07:55:45]
Margarita Moerth 
Gegen 08/15-Therapien - kein Patient ist wie der andere
Die jungsten Auswertungen der ACCORD-Studien zu Maßnahmen bei Diabetes-Typ-2-Patienten sind nicht nur enttäuschend bezüglich der Effizienz gewisser Patentrezepte. Ärzte und Heilpraktiker aller Richtungen sollten sich die Ergebnisse auch in anderer Hinsicht sehr zu Herzen nehmen.
08/15- oder Schema-F-Therapien haben ausgedient. Es mag zwar probate und äußerst bewährte Mittel und Maßnahmen geben, dennoch muss jeder einzelne Patient als Individuum wahrgenommen und behandelt werden, - nicht nur im persönlichen Umgang, sondern auch - und dies sogar noch mehr - bei der Zusammenstellung einer individuell optimalen Therapie.
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