Ärzte Zeitung, 21.09.2010

HbA1c löst den Nüchternblutzucker bei der Diagnose Diabetes ab

Nach den USA wird nun auch in Deutschland in der Regel der HbA1c-Test anstelle des Nüchternblutzuckers zum Diabetes-Screening bei erhöhtem Risiko empfohlen.

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Der HbA1c-Wert kann zur Diabetesdiagnose nur mit standardisierten Messverfahren und einer angemessenen Qualitätskontrolle verwendet werden.

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NEU-ISENBURG (eis). Der HbA1c-Wert hat den Vorteil, dass er in einer einzigen Blutprobe unabhängig von Tageszeit und Mahlzeiten bestimmt werden kann, betonen die Deutsche Diabetes Gesellschaft, diabetesDE und das Kompetenznetz Diabetes mellitus in einer gemeinsamen Stellungnahme, wie bereits kurz berichtet. Die neuen Empfehlungen und die Begründungen dazu im Detail:

  • Die Spezifität eines HbA1c von 6,5 Prozent ist nach Studiendaten groß genug, dass damit die Diagnose Diabetes gestellt werden kann. Die Sensitivität eines HbA1c unter 5,7 Prozent ist groß genug, dass damit der Ausschluss der Diagnose Diabetes möglich ist. Damit eignet sich HbA1c als primäres Diagnostikum, um einen Diabetes mit großer Sicherheit auszuschließen und die Diagnose bei einem Teil der Patienten zu stellen.
  • Bei Patienten mit HbA1c von 5,7 bis 6,4 Prozent wird empfohlen, den Diabetes und seine Vorstadien durch Messung der Glukose nach herkömmlichen Kriterien zu stellen.
  • Der HbA1c-Wert kann zur Diabetesdiagnose nur verwendet werden, sofern standardisierte Messverfahren und eine angemessene Qualitätskontrolle verwendet werden.
  • Die HbA1c-Messung zur Diagnose des Diabetes sollte bei allen Personen erfolgen, die im Deutschen Diabetes-Risiko-Test ein erhöhtes Diabetesrisiko haben. Dieser Test wurde an einer deutschen Population entwickelt und validiert.
  • Bei Vorliegen von Diabetes-Symptomen (Gewichtsverlust, Polyurie, Polydipsie) ist die Diabetesdiagnose primär durch Glukosemessung zu stellen.
  • Auch bei Zuständen, die zur Verfälschung der HbA1c-Werte führen, ist die Diabetesdiagnose primär durch Glukosemessung zu stellen. Dazu gehören vor allem Eisenmangel, Leber- und Nierenkrankheiten, Schwangerschaft und außerdem seltene genetische und hämatologische Faktoren.

Weitere Infos: http://profi.diabetesde.org unter "Stellungnahmen"

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