Ärzte Zeitung, 18.10.2010

Kommentar

Nehmt die Eltern in die Pflicht!

Von Thomas Müller

Wer als Kind bereits zu viel Speck auf den Rippen hat, der wird auch als Erwachsener mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dick sein, der wird fast unvermeidbar einige Jahrzehnte später an Diabetes, Hypertonie oder KHK erkranken, das lässt sich aus immer mehr Studien folgern. Doch wenn klar ist, dass die dicken Kinder von heute die Herz- und Gefäßkranken von morgen sind, dann sollte die Gesellschaft einiges mehr unternehmen, um diese unheilvolle Entwicklung zu bremsen.

Sicher, das ist nicht einfach, denn die Probleme fangen im Elternhaus an. Einseitige Ernährung und vor allem zu wenig Bewegung sind die Hauptgründe für die Adipositas-Epidemie unter Kindern und Jugendlichen, dabei lassen sich Kinder, wenn sie nur richtig angeleitet werden, durchaus für Sport, Spiel und viel Bewegung an der frischen Luft begeistern - auch dazu gibt es genügend Studien.

Es geht also darum, Anreize zu setzen, vielleicht auch finanzielle, um bei den Eltern mehr Bewusstsein für das vermeidbare Problem zu schaffen. Denn eines ist sicher: Je älter und dicker die Kinder sind, umso geringer sind die Chancen, jemals wieder auf ein normales Gewicht zu kommen.

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