Ärzte Zeitung, 15.02.2011

Ausnahmeliste für Pioglitazon

BERLIN (eb). Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und diabetesDE kritisieren den vollständigen Verordnungsausschluss von Pioglitazon durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der zum 1. April in Kraft tritt.

Nach Ansicht der DDG gibt es sehr wohl Patientengruppen, bei denen der Nutzen des Glitazons den möglichen Schaden durch unerwünschte Wirkungen überwiegt. So weise Pioglitazon allein oder in Kombination mit Antidiabetika wie Metformin oder DPP4-Antagonisten kein Unterzuckerungsrisiko auf und sei auch bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz einsetzbar.

Das Mittel sei daher ein wichtiger Therapiebestandteil bei Patienten, die beruflich bedingt kein Unterzuckerungsrisiko haben dürfen und die durch andere Therapien alleine keine guten Blutzuckerwerte erreichen. Darüber hinaus sei bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz Pioglitazon neben Repaglinid derzeit die einzige Therapiemöglichkeit mit Tabletten und ohne Injektion.

Pioglitazon lässt sich ab April allerdings noch ausnahmsweise in medizinisch begründeten Einzelfällen mit Begründung verordnen. Eine Liste mit solchen möglichen Ausnahmen hat die Sächsische Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien e.V. zusammengestellt.

www.imib.med.tu-dresden.de/diabetes/Pioglitzon_Hinw_weit_Verordnverh_SGSE_291110.pdf  unter "Fachkommission" und "Verordnungsausschluss Pioglitazon"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »