Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 07.09.2011

"Magen-Op kein Allheilmittel gegen Diabetes"

Die meisten Typ-2-Diabetiker könnten mit einer Magen-Operation von Stoffwechselschäden befreit werden, glauben Chirurgen. Jetzt meldet sich die Deutsche Diabetes-Gesellschaft zu Wort - und widerspricht.

"Magen-Op kein Allheilmittel gegen Diabetes"

Laparoskopischer Eingriff: Viele Ärzte sehen Magenoperationen gegen Typ-2-Diabetes skeptisch.

© Cosmic / fotolia.com

BERLIN (eb). Beim 16. Weltkongress der internationalen Vereinigung für Adipositas- und metabolische Chirurgie (IFSO) waren vielversprechende Daten zu den Verfahren vorgestellt worden.

Nach Angaben der Expertengruppe "Metabolische Chirurgie" werden durch Magenoperationen 70 Prozent der extrem Übergewichtigen von Stoffwechselschäden befreit.

Chirurgen wollen nicht nur adipöse Typ-2-Diabetiker operieren

Jährlich kämen 20.000 Menschen in Deutschland für einen solchen Eingriff infrage. Die Protagonisten der operativen Verfahren möchten die Eingriffe aber nicht nur auf extrem adipöse Menschen beschränken.

"Die metabolischen Effekte der chirurgischen Intervention sollten nicht nur bei adipösen Typ-2-Diabetikern, sondern beispielsweise bereits bei Patienten mit einem BMI von unter 30 genutzt werden", so die Expertengruppe.

DDG widerspricht

Dieser Forderung widerspricht die DDG: "Hierfür liegen bislang keine wissenschaftlich hochwertigen Studien vor, die bei Diabetes-Patienten mit einem BMI von 30 bis 35 chirurgische Maßnahmen mit einer optimalen konservativen medikamentösen Therapie vergleichen", erläutert Fritsche.

Derzeit sei noch nicht abzusehen, ob operierte Diabetes-Patienten langfristig besser, komplikationsärmer und länger leben.

Abgesehen vom Risiko solcher Eingriffe seien deren Nebenwirkungen beträchtlich: Sie reichen von Vitaminmangel, Unterzuckerungen bis hin zu Depressionen mit erhöhter Suizidrate.

Nur Zweijahres-Daten und keine langzeitige Studie

Auch Aussagen wie "die metabolische Chirurgie bringt bis zu 70 Prozent adipöser Diabetes-Patienten in Remission" tritt der DDG-Pressesprecher entgegen: "Eine Remission wird häufig dadurch definiert, dass die Insulintherapie vorübergehend abgesetzt werden kann", beschreibt Fritsche.

Die Zahlen stammen aus der schwedischen SOS-Studie. Dies sind jedoch nur Zweijahres-Daten nach Magenbypass-Operation.

Unveröffentlichte Daten über mehr als zehn Jahre der Studie zeigten jedoch: Langfristig bräuchten die Patienten wieder Insulin, so Fritsche, und sie nähmen auch wieder zu.

[08.09.2011, 09:18:51]
Dr. Rudi Röslen 
MagenOP als Diabetestherapie
Im gleichen Absatz Aufruf zur Hungerhilfe Ostafrika, ich denke hier ist
der Kommentar überflüssig. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »