Direkt zum Inhaltsbereich

Antirheumatikum verzögert Diabetes

BOSTON (eb). Abatacept, das die Kostimulation im Rahmen der T-Zellaktivierung moduliert, verzögert den Verlust der Betazellfunktion nach Diabetesdiagnose über einen 2-Jahreszeitraum.

Veröffentlicht:

Die genauen Ursachen für Typ-1-Diabetes als immunvermittelte, die Betazellen destruierende Erkrankung sind nicht bekannt. Bisher gibt es keine Möglichkeit der Primär-, Sekundär- oder Tertiärprävention, auch wenn eine Risikobestimmung mit Inselzellantikörper möglich ist.

Größere Studien ergaben, dass die zunächst vielversprechende Vakzinierung mit GAD65 und auch die niedrig dosierte anti-CD3-Therapie mit Otelixizumab im größeren Kollektiv Betazellfunktion weder verbessern noch erhalten.

Monatlich über zwei Jahre

Eine multizentrische US-Studie bezog Typ-1-Diabetes-Patienten im Alter von 6 bis 45 Jahren ein. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 2 : 1 mit Abatacept (10 mg/kg Körpergewicht, maximal 100 mg/Dosis) oder Placeboinfusion behandelt (Lancet 2011; 378 (9789): 412-419).

Die intravenöse Medikation wurde an Tag 1, 14, 28 und dann monatlichen Intervallen über zwei Jahre infundiert, insgesamt 27 Infusionen. 112 Patienten wurden aufgenommen.

Das adjustierte C-Peptid AUC war nach zwei Jahren um 59 Prozent höher in der Abataceptgruppe (n=73, 0,378 nmol/L) als in der Placebogruppe (n=20, 0,238 nmol/l). Die Verum-Behandlung führte zu einer 9,6 Monate verzögerten Abnahme des C-Peptids.

Funktionsverlust nicht gestoppt

Unerwünschte, infusionsassoziierte Wirkungen traten bei 17 (22 Prozent) der mit Verum und bei 6 (17 Prozent) der mit Placebo Behandelten auf. Infektionen oder Neutropenien waren in der Abataceptgruppe nicht höher als in der Placebogruppe.

Jedoch konnte die Behandlung den Funktionsverlust nur aufhalten, aber nicht stoppen, so dass ein parallel verschobener Abfall des stimulierten C-Peptids in beiden Gruppen ab sechs Monate nach Studienbeginn deutlich wurde. Im Verlauf sollen die Patienten beobachtet werden, um den Langzeiteffekt zu beurteilen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben