Ärzte Zeitung, 26.01.2012

US-Diabetiker: Zahl der Amputationen deutlich gesunken

US-Diabetiker werden zunehmend besser betreut. Das spiegelt sich darin wider, dass die Rate von Bein- und Fußamputationen stark gesunken ist.

ATLANTA (eb). Die Zahl der Bein- und Fußamputationen infolge einer Diabeteserkrankung ist in den USA eklatant zurückgegangen. Im Jahr 2008 mussten sich 65 Prozent weniger Patienten über 40 Jahre einem solchen Eingriff unterziehen als noch im Jahr 1996.

Eine neue Studie der US-Regierung hat ergeben: Im Jahr 2008 betrug die Rate der nicht-traumatischen Amputationen einer unteren Extremität bei Erwachsenen mit der Diagnose Diabetes 3,9 pro 1000.

Im Jahr 1996 hatte diese Zahl noch bei 11,2 pro 1000 gelegen, wie die U.S. Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta / Georgia mitteilen. Für die Studie wurden Daten des National Hospital Discharge Survey ausgewertet (Diabetes Care 2012; 35 (2): 273-277).

Allerdings bestanden zwischen einzelnen Patientengruppen große Unterschiede: So waren im Jahr 2008 Diabetes-verursachte Bein- und Fußamputationen bei Männern wesentlich häufiger als bei Frauen, und zwar 6 im Vergleich zu nur 1,9 pro 1000.

Ebenfalls war mit 4,9 pro 1000 das Risiko bei Menschen mit dunkler Hautfarbe fast doppelt so hoch wie bei jenen mit heller Haut: Bei ihnen lag die Häufigkeit lediglich bei 2,9 pro 1000. Die höchste Rate aller Altersgruppen jedoch war bei über 75-jährigen Diabetikern zu verzeichnen: Hier waren es 6,2 pro 1000, wie die Wissenschaftler feststellten.

Blutzucker zunehmend besser eingestellt

Erklären lässt sich die Abnahme der Bein- und Fußamputationen nach Aussage der Forscher damit, dass der Blutzucker zunehmend besser eingestellt und auf die Fußpflege mehr Sorgfalt verwendet werde. Außerdem hat sich die Betreuung der Patienten insgesamt verbessert. Parallel zu diesen Trends sind auch kardiovaskuläre Erkrankungen zurückgegangen.

All diese Fortschritte hätten eine bessere Prävention von peripheren Verschlusskrankheiten, von Ulzera und Infektionen zur Folge gehabt.

Das signifikante Abfallen der Amputationsrate sei sicher ermutigend, schreibt Dr. Nilka Rios Burrows in der Publikation. Einiges müsse aber noch getan werden, um die Diskrepanzen zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen zu verkleinern.

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes ist die Hauptursache für Amputationen der unteren Gliedmaßen in den Vereinigten Staaten.

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