Donnerstag, 24. Mai 2012
Ärzte Zeitung, 30.01.2012

Erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt das Herz

BALTIMORE (ob). Dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel scheinen eine schädigende Wirkung auf das Herzgewebe auszuüben - auch unabhängig von ihrem ungünstigen Einfluss auf die Entwicklung einer manifesten koronaren Gefäßerkrankung.

Aufgedeckt wurde diese subklinische Herzschädigung jetzt in einer Studie, in der ein US-Forscherteam um Dr. Elisabeth Selvin aus Baltimore mithilfe eines neuen hochsensitiven Tests bei 9661 Personen die Blutspiegel des kardialen Biomarkers Troponin T gemessen hat (J Am Coll Cardiol 2012; 59: 490). Keiner der Teilnehmer hatte eine manifeste KHK.

Mit den neuen Assays lassen sich im Vergleich zu konventionellen Tests wesentlich kleinere Mengen dieser herzspezifischen Strukur proteine Troponin I oder T im Blut und damit auch schon geringste subklinische Herzschädigungen präzise nachweisen.

Beobachtet wurde eine lineare Assoziation der HbA1c-Werte mit der Menge an hochsensitivem Troponin T im Blut. Im Vergleich zu Personen mit normalen HbA1c-Werten (unter 5,7 Prozent) hatten Personen mit sogenanntem Prä-Diabetes (HbA1c 5,7 bis 6,4 Prozent) bereits ein um 26 Prozent höheres Risiko für einen erhöhten Troponin-T-Spiegel.

Bei Personen, deren HbA1c-Werte (über 6,5 Prozent) das Diagnosekriterium für Diabetes mellitus erfüllten, war dieses Risiko noch stärker erhöht, nämlich um 97 Prozent.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Kabinett schickt Patientenrechte auf die Reise

Die Bundesregierung hat das Patientenrechtegesetz auf den Weg gebracht. Während sich die Minister feiern, kommt Kritik von den Patientenvertretern. Ärzte können jedoch aufatmen. mehr »

Spahn und Lauterbach: Wettstreit um Gunst der Ärzte

Kräftemessen auf dem Ärztetag: Die führenden Gesundheitspolitiker Spahn und Lauterbach haben für ihre Konzepte zur Zukunft der Krankenversicherung geworben - die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Im Video-Interview erklärt Spahn, warum Politik manchmal unpopulär sein muss. mehr »

Organspende-Reform samt Daten-Skandal?

Still und leise wurde in der Organspende-Reform die Forschungsklausel aufgebohrt. Damit könnten persönliche Daten von Spendern und Empfängern an die Pharmaindustrie gelangen - und dass ohne Zustimmung der Betroffenen. Für die Opposition ein handfester Skandal. mehr »