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Sport bringt Diabetiker auf Trab

Je stärker die Neuropathie-Symptome, desto weniger bewegen sich die Betroffenen. Sportmediziner raten, die Patienten in Diabetiker-Sportgruppen zu vermitteln.

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MÜNSTER (eb). Dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel schädigen die Nerven. Zwischen zehn und 20 Prozent aller Diabetiker sind daher von einer peripheren Neuropathie betroffen. Bewegung wirkt der Komplikation entgegen.

"Doch je schwerer die Symptome sind, desto inaktiver werden die Patienten", bedauert Professor Klaus Völker, Direktor des Instituts für Sportmedizin der Universität Münster.

Wissenschaftler des Instituts haben zusammen mit Mitarbeitern einer diabetologischen Schwerpunktpraxis bei 73 Probanden den Einfluss von Neuropathie auf Bewegung untersucht. Die Hälfte davon litt an diabetischer Neuropathie.

Der Schweregrad der Erkrankung wurde mit einem standardisierten Nylon-Monofilament gemessen. Als weiteres diagnostisches Instrument kam eine Kraftmessplatte zum Einsatz. Dabei werden die Bewegungsschwankungen des darauf stehenden Patienten aufgezeichnet.

Neuropathie steigert Sturzgefahr

"Eine schwere Neuropathie beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn. Dadurch erhöht sich die Sturzgefahr", so der Sportmediziner in einer Mitteilung der Universität. Anschließend erhielten alle Teilnehmer einen Schrittzähler, mit dem sie eine Woche lang ihre Alltagsaktivität gemessen haben.

Das Ergebnis: "Die Patienten mit schwerer Neuropathie waren fast zwei Drittel des Tages völlig inaktiv. Beim Rest der Zeit maßen wir eine nur leichte Aktivität", berichtet Völker. "Die Betroffenen sitzen zu viel. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern zunächst einmal darum, die Alltagsbewegung zu nutzen."

Also: öfter spazieren gehen und den Aufzug links liegen lassen. Die gemessenen 5 000 Schritte am Tag seien zu wenig, betont der Experte. Zwischen 7 500 und 10 000 sollten es auf jeden Fall sein.

Vor dem Sport zum Arzt

Völker empfiehlt Diabetikern Walken oder Schwimmen in einer Gruppe, aber auch moderates Krafttraining. Wegen des Herz-Kreislauf-Risikos sollten Patienten ärztlich untersucht und beraten werden, bevor sie mit dem Training beginnen.

"In Diabetes-Sportgruppen werden zudem sensomotorische Fähigkeiten trainiert. So dienen Übungen zum Ertasten von verschiedenen Untergründen dazu, den Gleichgewichtssinn zu schulen. Dadurch wird die Sturzgefahr vermindert", so der Sportmediziner.

In vielen Städten bieten Vereine und Fitnessstudios spezielle Sportkurse für Diabetiker an.

Infos zu Diabetikersportgruppen gibt es unter www.diabetes-sport.de

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