Ärzte Zeitung, 26.03.2012

Fördert weißer Reis Diabetes?

BOSTON (ob). Reis ist ein gesundes Nahrungsmittel -, wenn er als ungeschälter, vitamin- und mineralstoffreicher Vollkornreis auf den Tisch kommt. Der regelmäßige Verzehr von weißem Reis scheint dagegen das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, in Abhängigkeit von der konsumierten Reismenge zu erhöhen.

Auf diesen Zusammenhang stießen Ernährungsmediziner um Dr. Qi Sun von der Harvard School of Public Health bei ihrer Analyse von Daten aus vier großen epidemiologischen Studien. an denen insgesamt rund 350.000 Menschen teilgenommen hatten (BMJ 2012, online 15. März).

Von diesen Untersuchungen sind zwei in Asien (China und Japan) und weitere zwei in den USA und Australien durchgeführt worden.

Im Beobachtungszeitraum, der zwischen vier und 22 Jahre betrug, wurde bei knapp 13 300 Teilnehmern ein neu aufgetretener Typ-2-Diabetes diagnostiziert.

Keine Bedenken bei Europaern

Die Untersucher stellten fest, dass jede täglich zusätzlich verzehrte "Portion" Reis (158 g gekochter weißer Reis) mit einer relativen Zunahme des Diabetesrisikos um 11 Prozent assoziiert war.

Von praktischer Bedeutung ist diese Erkenntnis aber wohl primär für Asiaten, deren Reisverzehr den der Europäer um ein Vielfaches übertrifft.

Dagegen bestünden gegen die etwa in Europa üblicherweise verzehrten geringen Mengen keine Bedenken, so die beruhigende Auskunft der Studienautoren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

16:10 Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »