Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Diabetes steigert das Parkinson-Risiko

Die Gefahr, an Parkinson zu erkranken, ist für Diabetiker um 60 Prozent höher als für Menschen ohne die Stoffwechselkrankheit. Aber nicht beide Geschlechter sind gleichstark betroffen.

TAIWAN CITY (rb). Wer an Diabetes leidet, läuft offenbar größere Gefahr, auch an Morbus Parkinson zu erkranken. Eine Studie aus Taiwan hat dieser schon häufiger geäußerten Vermutung nun neue Nahrung gegeben (Diabetes Care 2012; 35: 1047).

Ein multidisziplinäres Team von Medizinern hat die Inzidenz von Morbus Parkinson in den Jahren 2000 bis 2008 bei rund 600.000 Diabetikern untersucht. Als Vergleichsgruppe dienten gut 470.000 Personen mit normalem Glukosestoffwechsel.

Die Inzidenzrate für eine Neuerkrankung an Morbus Parkinson betrug 3,59 / 10.000 Patientenjahren in der Gruppe der Diabetiker und 2,15 / 10.000 Patientenjahren bei den Kontrollpersonen.

Das Erkrankungsrisiko aller Diabetiker lag damit rund 60 Prozent höher - für männliche Diabetiker um 51 Prozent, für Frauen mit Diabetes um 70 Prozent.

Nachdem man die Tatsache, dass die Personen mit Diabetes häufiger einen Arzt aufgesucht hatten, in die adjustierte Berechnung einbezogen hatte, betrug die Risikoerhöhung bei Diabetikern aber nur noch 37 Prozent.

Außer bei jungen Frauen (21 - 40 Jahre) war das Parkinsonrisiko von Diabetikern in allen Untergruppen erhöht.

Am stärksten äußerte sich dies bei jungen Männern und bei Frauen zwischen 40 und 60: Hier war das Risiko im Vergleich zu den Kontrollen jeweils mehr als verdoppelt.

Quelle: www.springermedizin.de

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